1958 in Rio de Janeiro geboren und 2023 in Paris gestorben, verband Ricardo Rapoport das moderne Fagottspiel mit historischer Aufführungspraxis, zeitgenössischer Musik und brasilianischen Musiktraditionen. In seiner Heimatstadt studierte er Fagott bei Noël Devos und beschäftigte sich außerdem mit Gitarre, Viola da gamba, Komposition und Dirigieren, bevor er Mitglied des brasilianischen Sinfonieorchesters wurde. 1984 wechselte er nach Paris, erwarb bei Maurice Allard am Conservatoire National Supérieur de Musique einen Premier Prix und vertiefte seine kammermusikalische Ausbildung bei Maurice Bourgue. Ein französisches Staatsstipendium führte ihn anschließend an das Banff Centre in Kanada, wo er sich dem Barockfagott zuwandte. Er musizierte mit Ensembles wie Les Musiciens du Louvre, La Petite Bande und Le Concert Spirituel und unterrichtete Fagott, Barockfagott und Kammermusik am Konservatorium in Rennes. Neben seiner Mitwirkung an zeitgenössischen Uraufführungen dokumentiert die gemeinsam mit Pascal Dubreuil entstandene Weltersteinspielung der sechs Fagottsonaten Antoine Dards seine Beschäftigung mit selten gespieltem Repertoire.
Ricardo Rapoport
Fagottist
