Cybele 160601 2007

DSD Stereo Surround Klassik Neue Musik Zeitgenössische Musik 1:06:37

Zur Beschreibung

Christoph Maria Wagner: Klavierwerke

Mitwirkende

Christoph Maria WagnerKomponist / Klavier / DirigentThomas MombaurKlavier

Komponist:in

Christoph Maria Wagner

Kurzbeschreibung

Christoph Maria Wagner spielt seine eigenen Klavierwerke: die beiden Hefte der Etüden von 1990 bis 1994, in denen jedes der zehn Stücke ein eigenes rhythmisches und harmonisches Konzept streng durchführt, das knapp zwanzigminütige Solostück Chromatomanie von 1995/96 und, gemeinsam mit Thomas Mombaur, Vier bis fünf Geister für Klavier zu vier Händen von 2001. Aufgenommen im Kammermusiksaal des Deutschlandfunks in Köln, eine Koproduktion mit dem Deutschlandradio.

Details

Trägerformat
Hybrid-SACD

Auflösung
DSD64 / 2.8224 MHz 1 bit

Gesamtspielzeit
66:38

Kanäle
Stereo, 5.1 Surround

Instrumente
Klavier, zweites Klavier (Track 12)

Aufnahme
16.–18. Januar und 6.–8. Februar 2006, Kammermusiksaal des Deutschlandfunks, Köln

Begleitheft
Deutsch und Englisch, 28 Seiten

Recording Producer: Ingo Schmidt-Lucas

Eine Koproduktion mit dem Deutschlandradio

Auszeichnungen

Le Monde de la Musique – 4 Sterne (Ausgabe 1/2008)

Pressestimmen

Opus Haute Définition, 9/2007

Le Monde de la Musique, 1/2008

SA-CD.net, 1/2009

Angaben

Katalognummer
Cybele 160601
Erscheinungsjahr
2007
Genre
Klassik, Neue Musik
Epoche
Zeitgenössische Musik
Besetzung
Klavierduo
Label
Cybele Records
Barcode
809548011222
GTIN
4068992490649
Booklet (Seiten)
28

Tracklisting

12 Titel · 1:06:37

  1. 01 Etüden, Heft I (1990-92) für Klavier – Flessibile Komponist:in: Christoph Maria Wagner (* 1966) Interpret:in: Christoph Maria Wagner 2:18
  2. 02 Etüden, Heft I (1990-92) für Klavier – Quasi unisono Komponist:in: Christoph Maria Wagner (* 1966) Interpret:in: Christoph Maria Wagner 2:11
  3. 03 Etüden, Heft I (1990-92) für Klavier – Semplice, contemplativo Komponist:in: Christoph Maria Wagner (* 1966) Interpret:in: Christoph Maria Wagner 2:27
  4. 04 Etüden, Heft I (1990-92) für Klavier – Nervoso Komponist:in: Christoph Maria Wagner (* 1966) Interpret:in: Christoph Maria Wagner 3:57
  5. 05 Etüden, Heft I (1990-92) für Klavier – Desolato Komponist:in: Christoph Maria Wagner (* 1966) Interpret:in: Christoph Maria Wagner 3:03
  6. 06 Chromatomanie (1995-96) für Klavier Solo Komponist:in: Christoph Maria Wagner (* 1966) Interpret:in: Christoph Maria Wagner 18:44
  7. 07 Etüden, Heft II (1993-94) für Klavier – Solenne Komponist:in: Christoph Maria Wagner (* 1966) Interpret:in: Christoph Maria Wagner 2:21
  8. 08 Etüden, Heft II (1993-94) für Klavier – Ornamentoso Komponist:in: Christoph Maria Wagner (* 1966) Interpret:in: Christoph Maria Wagner 4:04
  9. 09 Etüden, Heft II (1993-94) für Klavier – Rigido Komponist:in: Christoph Maria Wagner (* 1966) Interpret:in: Christoph Maria Wagner 3:28
  10. 10 Etüden, Heft II (1993-94) für Klavier – Feuillet d’album Komponist:in: Christoph Maria Wagner (* 1966) Interpret:in: Christoph Maria Wagner 1:12
  11. 11 Etüden, Heft II (1993-94) für Klavier – Volando Komponist:in: Christoph Maria Wagner (* 1966) Interpret:in: Christoph Maria Wagner 4:55
  12. 12 Vier bis fünf Geister (2001) für Klavier zu vier Händen Komponist:in: Christoph Maria Wagner (* 1966) Interpreten: Christoph Maria Wagner, Thomas Mombaur 17:57

Beschreibung

Wer heute für Klavier schreibt, geht ein Risiko ein: Er muss sich gegen eine erdrückende Tradition behaupten, die mit Chopin, Liszt, Bartok oder Ligeti verbunden ist, und sich fragen lassen, ob Klaviermusik nicht ein Anachronismus sei. Christoph Maria Wagner, 1966 in Pfullendorf geboren, hat gleichwohl ein vielgestaltiges Klavierwerk hervorgebracht. Seine Affinität zum Instrument hängt damit zusammen, dass er nicht nur Komponist, sondern auch Pianist und Dirigent ist — ein Musikertypus, der im 19. Jahrhundert mit Mendelssohn, Chopin und Liszt, später mit Busoni und Rachmaninow seine Blütezeit hatte und im 20. Jahrhundert nahezu ausgestorben ist. Wagner studierte in Köln Klavier bei Klaus Oldemeyer, Komposition bei Krzysztof Meyer und Dirigieren bei Volker Wangenheim.

Als Komponist begann er mit fünfzehn Jahren autodidaktisch, war aber nie zufrieden und unterbrach die Arbeit immer wieder. Erst 1987 entstanden die ersten Stücke, zu denen er heute noch steht — Klavierstücke natürlich. Dort erprobte er zum ersten Mal jenes arithmetische Verfahren, das organische Vergrößerungen, Verkleinerungen und Entwicklungen ermöglicht und plausibel macht, wie er selbst sagt, und das er bis heute anwendet.

Jede der zehn Etüden, fünf in jedem Heft, führt ein bestimmtes rhythmisches und harmonisches Konzept streng durch. Die erste verknüpft verschiedene ametrische Rhythmen und Geschwindigkeiten mit bestimmten Intervallen — Achtel mit kleinen Sekunden, Sechzehntel mit Sexten —, so dass Beschleunigung und Verlangsamung zugleich den Konsonanzgrad verändern. In der zweiten wachsen aus der allmählichen Annäherung zweier stark kontrastierender Rhythmen große Abschnitte gleichmäßiger Pulsation; auffällig ist ihr aggressiver Gebrauch der Oktave. Die dritte knüpft an die überkommene Sexten-Etüde an, entfernt sich aber durch stetige Intervallverkleinerung bis zur großen Sekunde wieder von ihr.

Chromatomanie von 1995/96 gehört mit fast zwanzig Minuten zu Wagners längsten Klavierstücken. Vier bis fünf Geister von 2001 ist eine Hommage an Komponisten und Stilrichtungen, die für seinen Weg wichtig waren. Der älteste Geist ist Robert Schumann, den Wagner im Abschnitt agitatissimo come in stato di panico vor allem über punktierte Rhythmen beschwört — die Vortragsbezeichnung spielt auf den labilen seelischen Zustand ebenso an wie auf das berühmte „schnell“ und „noch schneller“ aus dessen zweiter Klaviersonate. Im letzten Drittel klingt Stockhausens Mantra an, und die Feldman-Passage ist an ihrer äußersten Reduktion zu erkennen: ein repetierter Einzelton und ein fallendes Achtelmotiv über einem sechs Seiten lang gehaltenen Pedal. Dazu kommen ungewöhnliche Spielweisen bis zum Flageolett-Glissando, bei dem die Saiten mit dem Finger gestrichen werden.

Aufgenommen wurde im Januar und Februar 2006 im Kammermusiksaal des Deutschlandfunks in Köln, in Koproduktion mit dem Deutschlandradio. Le Monde de la Musique vergab vier Sterne.