Johann Sebastian Bachs Suiten G-Dur BWV 1007, d-Moll BWV 1008 und C-Dur BWV 1009 gehören zum Kernrepertoire des Violoncellos. Christian Roderburg überträgt sie auf die Marimba und zeigt, dass diese Musik auch jenseits ihres ursprünglichen Instruments unmittelbar spricht. Präludien, Allemanden, Couranten und Sarabanden behalten ihre unterschiedlichen Tanzcharaktere; Menuette beziehungsweise Bourrees und die abschließenden Giguen runden jede Suite ab.
Der Ton der Marimba setzt andere Akzente als der Bogen eines Cellos. Anschlag und Nachklang machen rhythmische Konturen deutlich und lassen mehrstimmig gedachte Linien auf eigene Weise hervortreten. Roderburg nutzt diese Eigenschaften nicht für vordergründige Effekte. Seine Lesart nimmt die Form ernst und lässt zugleich jene klanglichen Möglichkeiten hörbar werden, die eine Bearbeitung erst eröffnet.
Das Begleitheft verteidigt den schöpferischen Blick auf bekannte Repertoirestücke: Eine Übertragung kann verborgene Seiten einer Komposition freilegen. Diese Aufnahme aus dem Jahr 1995 verwirklicht genau diesen Gedanken als konzentriertes Marimba-Solo.
