Johann Jakob Froberger: Orgelwerke stellt Johann Jakob Frobergers Toccaten, Fantasien, Capricci, Partiten, Lamenti und Ricercare in den Mittelpunkt. Das Programm folgt keiner bloßen Abfolge von Einzeltiteln, sondern entwickelt einen eigenen Spannungsbogen: formale Proportion, klangliche Geste und die Verwandlung von Bewegung in Ruhe werden als zusammenhängende Erzählung erfahrbar. Gerd Zacher erschließt diese Musik mit einer Gestaltung, die Details hörbar macht, ohne den großen Zusammenhang aus den Augen zu verlieren.
Froberger, Johann Jakob bildet den kompositorischen Bezugspunkt dieser Edition. Im Horizont von Barockmusik wird deutlich, wie vielgestaltig sich Klangsprache, Satztechnik und Ausdruck bündeln können. Gerd Zacher begegnet Frobergers Sprachvielfalt an einer historischen Balthasar-König-Orgel mit wacher Freiheit und einem Gespür für die sprechende Qualität jeder Linie. Die Auswahl führt dabei nicht in eine museale Rückschau, sondern in eine lebendige Gegenwart des Hörens: Strukturen werden nachvollziehbar, Eigenheiten der Werke erhalten Profil, und vertraute wie unerwartete Wendungen gewinnen Gewicht.
Die Besetzung mit Soloinstrument, Orgelmusik, Historische Orgel prägt den Charakter des Albums entscheidend. Register, Resonanz, Atem, Anschlag und Stille werden als musikalische Kräfte behandelt. Wo Linien sich überlagern, rhythmische Impulse verdichten oder Klangfarben ineinander übergehen, bleibt die Anlage transparent. Gerade so entstehen jene feinen Beziehungen, die sich beim wiederholten Hören weiter öffnen.
Gerd Zacher verbindet technische Souveränität mit einer klaren, unangestrengten Musikalität. Die Ausführung folgt dem individuellen Charakter der Werke und wahrt zugleich eine übergeordnete Dramaturgie: Fragile Momente verlieren nichts an Spannung, virtuose Passagen bleiben artikuliert, und starke Kontraste werden nicht ausgestellt, sondern aus dem musikalischen Material heraus entwickelt. Das verleiht der Edition Konzentration und eine überzeugende innere Ruhe.
Die Aufnahmegestaltung trägt dieses Konzept mit besonderer Aufmerksamkeit für Dynamik, Raum und Klangfarbe. CD mit einer Gesamtspielzeit von 62:10 bewahrt die Nähe zur Aufführung und macht zugleich räumliche Dimensionen nachvollziehbar. Einzelstimmen und Klangschichten treten plastisch hervor; Nachhall und Stille werden Teil der musikalischen Architektur. So verbindet die Produktion dokumentarische…
