Headphone Optimizer Pro (HOP)
Kompakter, analoger Kopfhörerverstärker mit individueller akustischer Optimierung – im 19-Zoll-Format
Der hd-klassik Headphone Optimizer Pro (HOP) wurde 2016 zusammen mit Otztronics entwickelt. Seit 2016 gehört er zur Referenz-Abhörkette des Cybele Studios – im Studio ebenso wie bei mobilen Produktionen.


Funktionsweise
Der HOP ist ein speziell für Kopfhörer entwickelter Verstärker, der Fertigungstoleranzen und Nicht-Linearitäten eines bestimmten Kopfhörers individuell ausgleicht. Dazu wurde der jeweilige Kopfhörer genau eingemessen, sodass Kopfhörer und HOP eine klangliche Einheit bilden. Der Kopfhörer gibt die Aufnahme dadurch näher am Original wieder – bei Aufnahmen in 3D-Binaural-Stereo (Kunstkopf) ebenso wie bei herkömmlichen Stereoaufnahmen.
Die individuelle akustische Optimierung arbeitet komplett analog – frei von jeglicher Digitaltechnik im Signalweg. Eine Mikroprozessor-Steuerung übernimmt die Bedienung: Lautstärke, Balance, Crossfeed und Grundeinstellungen werden über einen Drehgeber eingestellt und als Benutzer-Presets gespeichert.
Die Klangqualität von Headphone Optimizer Unit (HOU) und Headphone Optimizer Pro ist identisch; die beiden Modelle unterscheiden sich in Gehäuse und Ausstattung:
- HOU: schwarz-goldenes Aluminiumgehäuse mit Kopfhörerablage; Lautstärkeregelung über ein relaisgesteuertes Alps-Potentiometer
- HOP: Aluminiumgehäuse in halber 19-Zoll-Breite (1 HE), optional im Rack montierbar; zusätzlich Crossfeed-Schaltung, symmetrischer Kopfhörerausgang (4-poliger XLR), Mono-Schalter und speicherbare Wiedergabe-Einstellungen
Ausstattung
- Integrierte, individuell eingestellte Optimierungsschaltung in reiner Analogtechnik
- Integrierter Class-A-Ausgangsverstärker
- Feinstufige, analoge Lautstärkeregelung über Relais (Regelbereich 100 dB), gesteuert über einen Drehgeber; Gleichlauf beider Kanäle < ±0,1 dB
- Zuschaltbare, vierstufige Crossfeed-Schaltung (Taster), die bei herkömmlichen Stereoaufnahmen die übertriebene Kanaltrennung am Kopfhörer mildert (Menüpunkt C)
- Mikroprozessor-gesteuerte Bedienoberfläche mit Speicherung verschiedener Benutzer-Presets (Menüpunkt P)
- Vier verschiedene Grundeinstellungen (Menüpunkt S)
- Balance-Feinregelung links/rechts (Regelbereich 6 dB) über den eingebauten Drehgeber (Menüpunkt B)
- Zuschaltbare Diffusfeld-Entzerrung (Menüpunkt D)
- Dekodierung von MS-Stereofonie-Aufnahmen (Taster) und Mono-Schaltung (Taster)
- Vergoldeter 6,35-mm-Klinke-Kopfhörerausgang (per Taster stummschaltbar); Eingangssignal per Taster auf den XLR-Ausgang schaltbar
- Symmetrische XLR-Hochpegel-Eingänge und -Ausgänge mit High-End-Übertragern von Lundahl und vergoldeten Neutrik-Steckverbindern
- Vergoldeter, vierpoliger XLR-Ausgang für Kopfhörer mit symmetrischem XLR-Anschlusskabel
- Kompaktes Aluminiumgehäuse mit geringem Gewicht (ca. 2,2 kg), optional in ein 19-Zoll-Rack montierbar (1 HE)
- Bei einem Wechsel des Kopfhörers konnte der HOP auf Kundenwunsch neu eingemessen werden
Technische Daten
| Merkmal | Wert |
|---|---|
| Frequenzgang | 20 Hz – 100 kHz |
| Lautstärkeregelung | Relais, Regelbereich 100 dB, Gleichlauf < ±0,1 dB; Balance-Feinregelung 6 dB |
| Crossfeed | vierstufig, zuschaltbar |
| Eingänge | symmetrisch, XLR (Lundahl-Übertrager, vergoldete Neutrik-Steckverbinder) |
| Ausgänge | symmetrisch, XLR (Lundahl-Übertrager); 6,35-mm-Klinke-Kopfhörerausgang, vergoldet; vierpoliger XLR-Kopfhörerausgang, vergoldet |
| Bedienung | Mikroprozessor-Steuerung mit Drehgeber und Tastern; Benutzer-Presets |
| Gehäuse | Aluminium, halbe 19-Zoll-Breite, 1 HE (Rackmontage optional) |
| Abmessungen (B × T × H) | 217 × 260 × 44 mm |
| Gewicht | ca. 2,2 kg |
Individuelle Einmessung
Wie beim HOU wurde jeder Kopfhörer individuell und kanalweise genauestens vermessen und linearisiert – komplett analog, frei von jeglicher Digitaltechnik. Warum das nötig ist, zeigen die Frequenzgangmessungen auf der Seite des Headphone Optimizer Unit.
Im Cybele Studio und unterwegs im Einsatz
Im Cybele Studio wird der Sennheiser HD800 über den HOP individuell analog linearisiert. Gerade bei mobilen Produktionen in Kirchen, Sakristeien oder kleineren Kammermusiksälen, wo keine optimale Lautsprecherabhöre zur Verfügung steht, ermöglicht dieses System eine verlässliche klangliche Kontrolle bereits beim Soundcheck und während der Aufnahme.
In der Postproduktion dient der HOP der klanglichen Beurteilung von Mischungen und Mastern und der Erstellung binauraler 3D-Fassungen – der gerenderten binauralen Versionen von Dolby-Atmos- und Auro-3D-Produktionen. Räumliche Positionierung, Tiefenstaffelung und Klangbalance werden dabei über eine vollständig lineare Kopfhörerwiedergabe kontrolliert.

„Für Studio- und mobile Produktionen ist ein solches System das Nonplusultra der Klangtreue – nicht erst beim Abmischen, sondern bereits beim Soundcheck.“
Wulfin Lieske, Gitarrist und Komponist
