Günter Marx

Geige / Komponist

* 1943 in Graz; Günter Marx ist Geiger und Komponist. Von 1964 bis 1969 studierte er bei Max Rostal an der Musikhochschule Köln. Er war von 1969 bis 1972 3. Konzertmeister im Orchester des Staatstheaters Kassel, von 1972 bis 1975 1. Konzertmeister des Städtischen Orchesters Hagen und von 1975 bis 2008 1. Konzertmeister der Dortmunder Philharmoniker; seit 2008 arbeitet er freischaffend in München. In der Kammermusik arbeitete er mit dem Mendelssohn-Trio Hamburg, dem Brahms-Quartett Hamburg und dem Leonardo-Quartett Köln; seine Ausgabe des Streichquartetts von Fanny Hensel erschien bei Breitkopf & Härtel. Zur elektronischen Musik kam er 1963/64 in einem Seminar bei Gottfried Michael Koenig im Studio für elektronische Musik des WDR; 1971 studierte er den EMS Synthi A mit Mesias Maiguashca und Peter Eötvös, 1977 besuchte er einen Sommerkurs bei Karlheinz Stockhausen in Aix-en-Provence. 1989 erwarb er eine ZETA-Violine, ab 1990 baute er ein eigenes Studio auf; seit 1999 spielt er mit Rainer und Martin Bürck im Trio TRIONYS für Live-Elektronik. Als Geiger brachte er unter anderem Rainer Bürcks „STRINGendo“ (Berlin, 1995) und Ivar Frounbergs „Las armonias de la noche profunda“ (Dortmund, 1997) zur Uraufführung. Zu seinen Werken gehören „Elpoem“ (1996), „Violinsectiv I, II, III“ (2004), „Viodelays“ (2018) und „Begegnung“ (2019). Auf dem Cybele-Album Feedback Studio Köln Vol. 2 – Ton-Antiton (2001) spielt er die Violine in Mesias Maiguashcas „Übungen“ (1972-73) für Violine und Synthesizer, mit Ramon Schneider am Synthesizer. Auf dem Cybele-Album DEGEM Vol. 8 – 90 Sekunden Wirklichkeit (2005), einer Folge der Reihe, in der das Label die Arbeit der Deutschen Gesellschaft für Elektroakustische Musik dokumentiert, ist er mit „Kurzer Traum – Version 1“ (2003) vertreten, einer der 47 Miniaturen von je rund neunzig Sekunden, die Stefan Fricke im Begleitheft als Realitätssplitter beschreibt.