Am 19. März 1947 in Aarau geboren; Max E. Keller ist Komponist, Jazzpianist und improvisierender Musiker. Er studierte Musikwissenschaft, Germanistik und Geschichte, Komposition bei Hans Ulrich Lehmann, Helmut Lachenmann und Nicolaus A. Huber sowie elektronische Musik bei Dirk Reith und Thomas Kessler und war Stipendiat der Heinrich-Strobel-Stiftung des Südwestfunks. Von 1966 bis 1973 spielte er, als einer der ersten Freejazzmusiker der Schweiz, Freejazz und improvisierte Musik nach Konzepten auf dem Klavier und auf elektronischen Instrumenten; seit 1973 komponiert er für unterschiedlichste Besetzungen, auch elektronische Musik. Oft vertonte er politische Texte, so in „Gesänge II“ nach Erich Fried, „Gesänge III“ nach Jürg Weibel und „Gesänge IV“ nach Kurt Marti, in der abendfüllenden szenischen Kantate „Fontamara“ nach Ignazio Silone und in der Miniaturoper „Egon – aus dem Leben eines Bankbeamten“ nach Hans Suter; die Kammeroper „Die Axt“ schrieb er von 2004 bis 2006 im Auftrag der Komischen Oper Berlin. Von 1985 bis 2014 gestaltete er das Musikprogramm im Theater am Gleis Winterthur, von 1999 bis zur Saison 2024/25 leitete er die von ihm gegründete Konzertreihe musica aperta Winterthur, und von 2007 bis 2010 war er Präsident der IGNM Schweiz. 1985 vertrat er die Schweiz bei der Biennale Berlin, 1991 und 1993 bei den Weltmusiktagen der IGNM in Zürich und in Mexiko. 1997 erhielt er den Kunstpreis der Carl-Heinrich-Ernst-Stiftung Winterthur, 1999 das Berlin-Stipendium. Auf dem Cybele-Album ex machina Vol. 4 – Die siebziger Jahre (2001) ist er mit „Sie“ (1978) für Tonband mit dem Sprecher Hans Suter vertreten, einer zunächst ironischen Werbemusik für die Kernenergie: Die bombastischen Sequenzen des ersten Teils entstanden mit einem damals neuen Sequenzer im Studio der Musik-Akademie Basel, die Musik des zweiten Teils improvisierte er weitgehend zu Hause auf Alltagsgegenständen, teils mit Kontaktmikrofonen aufgenommen und mit seinem EMS-Synthesizer AKS leicht verwandelt.
Max E. Keller
Komponist / Improvisator
