Cybele 960104 2001

16bit 44.1kHz Stereo Elektroakustische Musik Neue Musik Elektroakustische Musik Zeitgenössische Musik 48:22

Zur Beschreibung

ex machina Vol. 4 – Die siebziger Jahre

Mitwirkende

Verschiedene Interpreten

Komponisten

Dirk Reith · Hans-Werner Schneider · John McCaughey · Max E. Keller

Kurzbeschreibung

Mit den Bänden 4 bis 6 der Reihe ex machina feierte das Institut für Computermusik und elektronische Medien (ICEM) der Folkwang-Hochschule Essen 2001 dreißig Jahre elektronische Musik, jedes Jahrzehnt auf einer CD. Der vierte Band gilt den siebziger Jahren, in denen an der Folkwang-Hochschule das erste Studio für Live-Elektronische Musik an einer Hochschule der Bundesrepublik entstand. In drei der vier Tonbandstücke, von Hans-Werner Schneider, John McCaughey und Max E. Keller, spielt die menschliche Stimme die Hauptrolle; Dirk Reiths „Entwurf eines Programms“ (1974) erkundet die Programmierbarkeit musikalischer Strukturen.

Details

Trägerformat
CD

Auflösung
PCM 44,1 kHz / 16 bit

Gesamtspielzeit
72:22

Kanäle
Stereo

Aufnahme
1974, 1975 und 1978

Begleitheft
Deutsch und Englisch, 32 Seiten

Angaben

Katalognummer
Cybele 960104
Erscheinungsjahr
2001
Genre
Elektroakustische Musik, Neue Musik
Epoche
Elektroakustische Musik, Zeitgenössische Musik
Besetzung
Elektroakustische Musik
Label
Cybele Records
Barcode
809548006129
GTIN
4068992503592
Booklet (Seiten)
32

Tracklisting

4 Titel · 48:22

  1. 01 wenn ich auf einem Instrument spiele… (1974) Komponist:in: Hans-Werner Schneider (* 1953) Interpret:in: Hans-Werner Schneider 8:29
  2. 02 Manche Lucias und Desdemonas … (1974-75) Komponist:in: John McCaughey (* 1948) Interpret:in: John McCaughey 9:57
  3. 03 Sie (1978) für Tonband Komponist:in: Max E. Keller (* 1947) Interpreten: Max E. Keller, Hans Suter 14:41
  4. 04 Entwurf eines Programms (1974) Komponist:in: Dirk Reith (* 1947) Interpret:in: Dirk Reith 15:15

Beschreibung

Die Geschichte der elektronischen Musik an der Folkwang-Hochschule begann, so Dirk Reith im Vorwort, mit drei Anlagen für Live-Elektronische Musik, die die Hochschule 1970 bei der Berliner Firma Hofschneider in Auftrag gab. Auf ihnen spielte ein aus der „Gruppe MHz“ unter Günther Becker hervorgegangenes Ensemble, dem ab 1971 nur Folkwang-Mitglieder angehörten, darunter Reith selbst; 1973/74 löste es sich als festes Ensemble auf. In den Jahren des „Aufbruchs“ verlagerte sich die Arbeit von der Live-Elektronik ins stationäre Studio, und neben der rein elektronischen Klangerzeugung rückte das Material der menschlichen Stimme in den Mittelpunkt. Reith gründete das Elektronische Studio 1971 und gibt die Reihe ex machina seit 1996 heraus.

Das Material von Hans-Werner Schneiders „wenn ich auf einem Instrument spiele…“ (1974) sind die kritischen Bemerkungen eines unzufriedenen Konzertbesuchers, der seinen Unmut stimmgewaltig zum Mitschnitt anbot. Mit den Grundtechniken der Bandarbeit, Kopieren, Schneiden, Mischen, Kleben und Schleifenbilden, entsteht eine selbstverneinende Selbstbezüglichkeit, deren zentrales Wort „Nein!“ lautet; in der Schleife nimmt der Satz „das ist keine Musik“ fast tänzerischen Charakter an. John McCaugheys „Manche Lucias und Desdemonas …“ (1974-75) entstand im Folkwang-Studio auf Viertelzollband, überwiegend aus Mitschnitten von Workshops, Seminaren und einer Vorlesung der Sängerin Carla Henius während ihrer Gastprofessur. Zu dem geschnittenen und mit einem VCS3-Synthesizer bearbeiteten Band schrieb McCaughey einen Live-Solopart für Henius; diese Theaterfassung wurde nie szenisch realisiert, ging aber in die Tonbandfassung ein, die er als eine Art Chormusik aus einer Person hört.

Max E. Kellers „Sie“ (1978) für Tonband ist zunächst eine ironische Werbemusik für die Kernenergie, die in den von Hans Suter gesprochenen Slogans nie genannt wird. Sequenzartige Prozesse laufen übereinander und scheinen auf einen Höhepunkt zuzusteuern, führen aber immer wieder ins Leere; übrig bleibt ein einfaches Pochen, aus dem sich eine andere Musik entwickelt. Die Sequenzen des ersten Teils entstanden mit einem damals neuen Sequenzer im Studio der Musik-Akademie Basel, den zweiten Teil improvisierte Keller zu Hause auf Alltagsgegenständen, mit Kontaktmikrofonen und einem EMS-Synthesizer.

Dirk Reiths „Entwurf eines Programms“ (1974) entstand im Sinne einer „erweiterten Serialität“. Mit dem Voltage-Control-System ließen sich innere Strukturen der Musik programmieren; Reith bezieht alle akustischen Materialien und ihre Steuerfunktionen auf Rechteckfunktionen, stellt die Grundprogramme in der Exposition vor und gewinnt Makro- und Mikrostrukturen aus demselben „Zeichenrepertoire“. Wie in der Computerkomposition wird eine musikalische Problemstellung so gefasst, dass sie sich in einen programmierbaren Prozess umwandeln lässt, hier im analogen System.

Konzertkalender

10. Okt. 2026

19:00

Concerted Curiosities(öffnet in neuem Tab)

John McCaughey (Dirigent), Andrew Byrne (künstlerischer Leiter), Astra Choir & Soloists, Lizzy Welsh (Geige), Charlotte Ryssenbeek (Geige), Niels Bijl (Saxophon), Alister Barker (Violoncello), Tamara Murphy (Kontrabass), Joy Lee (Cembalo)
Church of All Nations, Melbourne(Karte, öffnet in neuem Tab)

Tickets(öffnet in neuem Tab)

13. Dez. 2026

17:00

Hymns in an Octagon(öffnet in neuem Tab)

John McCaughey (Dirigent), Andrew Byrne (künstlerischer Leiter), Astra Choir, Erkki Veltheim (Geige)
Church of All Nations, Melbourne(Karte, öffnet in neuem Tab)

Tickets(öffnet in neuem Tab)