Cybele 960401 2004

DSD Stereo Elektroakustische Musik Neue Musik Elektroakustische Musik Zeitgenössische Musik 52:57

Zur Beschreibung

Günther Becker: Gesammelte Werke – Elektroakustische Musik

Mitwirkende

Verschiedene Interpreten

Komponist:in

Günther Becker

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Kurzbeschreibung

Günther Beckers elektroakustische Musik bewegt sich, so Stefan Fricke im Begleitheft, im fließenden Kontinuum zwischen Abstraktion und Konkretheit. Dieser Band der Reihe Günther Becker: Gesammelte Werke vereint drei Werke aus den Jahren 1973 bis 1978 in historischen Aufnahmen: „Ferrophonie“ mit live modulierten Klängen von Stahlprodukten, ein Auftrag der Klöckner-Werke, mitgeschnitten bei der einzigen Aufführung 1973 auf der Industriemesse Hannover, die Insektenstudie „Aus Alpbachs Hain und Flur“ und „Passagen“ nach Texten von Franz Mon, Jürgen Becker, Ernst Jandl und Ingeborg Bachmann, eine WDR-Produktion von 1976 mit Gisela Saur-Kontarsky, Herbert Henck, Christoph Caskel und Raimund Jülich.

Details

Trägerformat
Hybrid-SACD

Auflösung
DSD64 / 2.8224 MHz 1 bit

Gesamtspielzeit
52:59

Kanäle
Stereo

Aufnahme
16. April 1973, Industriemesse Hannover (Ferrophonie); 1978 (Aus Alpbachs Hain und Flur); 1976, Produktion des Westdeutschen Rundfunks Köln (Passagen); analoge Stereobänder ohne Rauschunterdrückung

Begleitheft
Deutsch und Englisch, 20 Seiten, Digipak

Eine Co-Produktion mit dem WDR

Gefördert von der Kunststiftung NRW

Pressestimmen

Angaben

Katalognummer
Cybele 960401
Erscheinungsjahr
2004
Genre
Elektroakustische Musik, Neue Musik
Epoche
Elektroakustische Musik, Zeitgenössische Musik
Besetzung
Elektroakustische Musik
Label
Cybele Records
Barcode
809548008222
GTIN
4099885254062
Booklet (Seiten)
20

Tracklisting

3 Titel · 52:57

  1. 01 Ferrophonie (1973) Komponist:in: Günther Becker (1924-2007) Interpreten: Pierre W. Feit, Mirko Dorner, Alfred Alings, Dirk Reith, Ferdi Brendgen, Günther Becker 21:17
  2. 02 Aus Alpbachs Hain und Flur (1978) Komponist:in: Günther Becker (1924-2007) Interpreten: Günther Becker, Michael Feller 8:55
  3. 03 Passagen (1975-76) für Sprachklänge, Tasteninstrumente, Schlagzeug und elektronische Modulationsgeräte Komponist:in: Günther Becker (1924-2007) Interpreten: Gisela Saur-Kontarsky, Herbert Henck, Christoph Caskel, Raimund Jülich 22:45

Beschreibung

Günther Becker, 1924 geboren, studierte Orchesterleitung bei Gerhard Nestler an der Badischen Hochschule für Musik in Karlsruhe und von 1948 bis 1956 Komposition bei Wolfgang Fortner in Heidelberg und Detmold. Von 1956 bis 1968 lebte er in Griechenland, unterrichtete in Athen und baute 1962 am dortigen Goethe-Institut ein Studio für Neue Musik auf. Zurück in Deutschland, gründete er 1969 in Essen die live-elektronische Gruppe „Mega-Hertz“, war von 1971 bis 1974 Präsident der deutschen Sektion der Internationalen Gesellschaft für Neue Musik und lehrte ab 1973 am Robert-Schumann-Institut in Düsseldorf, ab 1974 als Professor. Stefan Fricke verortet seine elektroakustischen Werke im Begleitheft zwischen Abstraktion und Konkretheit, in einer Geschichte der Kunst, die seit der Erfindung des Tonbands Umweltgeräusche und Naturklänge unmittelbar aufgreifen kann.

„Ferrophonie“ (1973) gaben die Klöckner-Werke AG Duisburg Anfang 1973 in Auftrag, um ihre Stahlerzeugnisse auf der Industriemesse Hannover einmal anders zu präsentieren. Becker, der sich damals intensiv mit der elektroakustischen Transformation und Live-Modulation von Instrumental- und Vokalklängen beschäftigte, experimentierte nun mit Metall: Platten, Bänder, Kugeln, Ketten, Röhren, Eisenbahnschienen und Waschmaschinentrommeln. Vier Spieler versetzten die Stahlprodukte in Schwingung; die Klänge gingen über Mikrofone in vier Synthesizer, wurden dort unmittelbar gefiltert oder verhallt, von Becker als Klangregisseur gemischt und sofort über Lautsprecher wiedergegeben, vermischt mit den Live-Signalen. Die Aufnahme dokumentiert die Uraufführung am 16. April 1973, zugleich die einzige Aufführung des Stücks; mitgewirkt haben unter anderen Pierre W. Feit (Oboe), Mirko Dorner (Violoncello) und Alfred Alings (Schlagzeug), für die Tontechnik sorgten Dirk Reith und Ferdi Brendgen.

Die „Elektronische Studie über Geradflügler (Grillen, Heuschrecken)“ „Aus Alpbachs Hain und Flur“ (1978) spielt im Titel auf Bedrich Smetanas Zyklus „Ma Vlast“ an, dessen vierter Satz auf Deutsch „Aus Böhmens Hain und Flur“ heißt. Im September 1978 nahm Becker während eines zweiwöchigen Workshops in Alpbach in Tirol an einem sonnigen Wiesenhang laut zirpende Insekten mit einem hochempfindlichen Sondenmessmikrofon auf und verwandelte die Klänge mit einem ARP-Synthesizer 2500, über Hüllkurve, Ein- und Ausschwingvorgänge sowie Hoch- und Bandpassfilter. Gesprochene Artennamen wie „Gaudeus africanus“ eröffnen die Studie.

„Passagen“ (1975/76) entstand im Auftrag des Westdeutschen Rundfunks für die Wittener Tage für neue Kammermusik 1976. Grundlage sind je ein Text von Franz Mon, Jürgen Becker, Ernst Jandl und Ingeborg Bachmann; Thema ist der ständige Wechsel zwischen Erhaltung und Auflösung der Bedeutungsschicht der Wörter. Die Sprache wird fortwährend moduliert, in einem fließenden Kontinuum zwischen Verständlichkeit und Unverständlichkeit, und das Stück spielt mit Durchgangssituationen des Hörens, mit der Gleichzeitigkeit von Nahem und Klarem, Fernem und Undeutlichem. Gisela Saur-Kontarsky (Stimme), Herbert Henck (Klavier), Christoph Caskel (Schlagzeug) und Raimund Jülich (Synthesizer) wirken in der WDR-Produktion von 1976 mit. Die SACD entstand in Co-Produktion mit dem WDR.