Cybele 960402 2004

DSD Stereo Elektroakustische Musik Neue Musik Elektroakustische Musik Zeitgenössische Musik 45:16

Zur Beschreibung

Günther Becker: Gesammelte Werke – Magnum Mysterium

Mitwirkende

Verschiedene Interpreten

Komponist:in

Günther Becker

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Kurzbeschreibung

„Magnum Mysterium – Zeugenaussagen zur Auferstehung“ ist eine annähernd siebzigminütige Ostermusik, die Günther Becker im Auftrag der Evangelischen Kirche im Rheinland für Sprecher, gemischten Chor, zwölf Favoritstimmen, Orgel, Bläser, Schlagzeug und Tonband schrieb. Die drei Teile verbinden Bibeltexte in der Übersetzung Martin Luthers mit Kollektengebeten und, im dritten Teil, mit elektronisch verwandelten gregorianischen und orthodoxen Gesängen und einem jüdischen Morgengebet; am Ende jedes Teils singt die Gemeinde einen Choral mit. Die SACD dokumentiert die Uraufführung am 4. Mai 1980 in der Johanneskirche Düsseldorf unter der Leitung von Oskar Gottlieb Blarr, eine Produktion des WDR.

Details

Trägerformat
Hybrid-SACD

Auflösung
DSD64 / 2.8224 MHz 1 bit

Gesamtspielzeit
69:18

Kanäle
Stereo

Aufnahme
4. Mai 1980, Johanneskirche Düsseldorf (Mitschnitt der Uraufführung, Produktion des Westdeutschen Rundfunks Köln); analoges Stereoband ohne Rauschunterdrückung

Begleitheft
Deutsch und Englisch, 32 Seiten, Digipak

Eine Co-Produktion mit dem WDR

Gefördert von der Dr. Karl Emil und Lilli Brügmann-Stiftung

Pressestimmen

Angaben

Katalognummer
Cybele 960402
Erscheinungsjahr
2004
Genre
Elektroakustische Musik, Neue Musik
Epoche
Elektroakustische Musik, Zeitgenössische Musik
Besetzung
Elektroakustische Musik, Live-Elektronik, Live-Konzert, Vokal- und Chormusik
Label
Cybele Records
Barcode
809548008529
GTIN
4099885254048
Booklet (Seiten)
32

Tracklisting

3 Titel · 45:16

  1. 01 Magnum Mysterium (1979-80) – Zeugenaussagen zur Auferstehung, Teil I Komponist:in: Günther Becker (1924-2007) Interpreten: Carlos Crespo, Erich Ertlmaier, Fritz Eßmann, Hans Fischer, Heinz Hass, Karl H. Jensen, Karl-Josef Kels, Henrik Koy, Carin Levine, Richard Rodney Miller, Adolf Münten, Rainer Peters, Nancy Poland, Christian Roderburg, Kurt Scholz, Rolf Tegtmeier, Ralf War 21:34
  2. 02 Magnum Mysterium (1979-80) – Zeugenaussagen zur Auferstehung, Teil II Komponist:in: Günther Becker (1924-2007) Interpreten: Carlos Crespo, Erich Ertlmaier, Fritz Eßmann, Hans Fischer, Heinz Hass, Karl H. Jensen, Karl-Josef Kels, Henrik Koy, Carin Levine, Richard Rodney Miller, Adolf Münten, Rainer Peters, Nancy Poland, Christian Roderburg, Kurt Scholz, Rolf Tegtmeier, Ralf War 22:01
  3. 03 Magnum Mysterium (1979-80) – Zeugenaussagen zur Auferstehung, Teil III Komponist:in: Günther Becker (1924-2007) Interpreten: Carlos Crespo, Erich Ertlmaier, Fritz Eßmann, Hans Fischer, Heinz Hass, Karl H. Jensen, Karl-Josef Kels, Henrik Koy, Carin Levine, Richard Rodney Miller, Adolf Münten, Rainer Peters, Nancy Poland, Christian Roderburg, Kurt Scholz, Rolf Tegtmeier, Ralf War 1:41

Beschreibung

Nur wenige Komponisten der Nachkriegsavantgarde, so Stefan Fricke im Begleitheft, suchten den Weg in die Kirche, und etliche scheiterten an deren musikalischen Vorstellungen; eine der Ausnahmen ist „Magnum Mysterium“. Religiöse Sujets waren für Becker, der von 1956 bis 1968 in Griechenland lebte, damals nicht neu: „Meteoron“ (1969) für elektronisch verarbeitete Klänge, Orgel und Schlagzeug beruht auf Pfingstgesängen der griechischen Orthodoxie, „Apeiron“ (1972) für zehn Chorgruppen, live-elektronisches Ensemble und Tonband auf Fragmenten aus sehr unterschiedlichen Religionen und „Epiklesis Alpha“ (1976) auf liturgischen Vokalisen des orthodoxen Protopsaltis Lykourgos Angelopoulos.

Den Auftrag der Evangelischen Kirche im Rheinland erhielt Becker 1978. Er fragte sich, wie er sich als Komponist seiner Zeit dem Thema Auferstehung nähern könne, und berücksichtigte, dass neben Berufsmusikern ein Kirchenchor aus Laien mitwirken würde. So entstand ein dreiteiliges Werk, dessen Teile auch einzeln aufgeführt werden können, für Sprecher, gemischten Chor, zwölf Favoritstimmen, die auch Glocken bedienen, Orgel, Holz- und Blechbläser, Schlagzeug und Tonband. Teil I beruht auf dem 28. Kapitel des Matthäusevangeliums in Luthers Übersetzung: Der Sprecher trägt den Bericht vor, Chor und Favoritstimmen singen Kollektengebete zu Karfreitag, Ostersonntag und Ostermontag, kurze elektronische Einblendungen überhöhen einzelne Textstellen. Teil II stellt dem 15. Kapitel des ersten Korintherbriefs Stellen aus dem Johannesevangelium und dem ersten Petrusbrief gegenüber. Am Ende beider Teile steht ein Choral, „Jesus Christus, unser Heiland“ und „Wir danken dir, Herr Jesu Christ“, in den alle Anwesenden einstimmen.

Im dritten Teil bezieht Becker im Sinne des ökumenischen Gedankens gregorianische Gesänge aus dem Proprium der Messe ein, etwa das Graduale „Haec dies“, die vom Tonband erklingen und elektronisch verwandelt werden; er zitiert Wipos von Burgund Ostersequenz „Victimae paschali laudes“ in der ersten mehrstimmigen Fassung aus dem Codex Las Huelgas und verwendet, ebenfalls elektronisch umgewandelt, Gesänge und Gebete der Ostkirche in neobyzantinischer und griechisch-orthodoxer Überlieferung, die sich alle auf die „Anastasis“, die Auferstehung, beziehen. Einen Auszug aus dem jüdischen Schacharith-Gebet trägt der Sprecher ohne Begleitung und ohne elektronische Bearbeitung vor. Das Geläut der Metallidiophone am Anfang und am Ende erinnert an griechisch-orthodoxe Osterriten, die Becker selbst erlebt hat; das Werk schließt mit dem gemeinsam gesungenen Choral „Christ ist erstanden“.

Die Aufnahme ist der vom WDR produzierte Mitschnitt der Uraufführung am 4. Mai 1980 in der Johanneskirche Düsseldorf. Oskar Gottlieb Blarr leitete den Chor der Neanderkirche Düsseldorf, einen Favoritchor aus zwölf Sängerinnen und Sängern und ein Ensemble aus Bläsern und Schlagzeugern; Sprecher ist Henrik Koy, an der Orgel spielt Nancy Poland. Blarr nannte das Werk 1984, zu Beckers 60. Geburtstag, den „gewichtigsten Beitrag zum Thema Ostern/Auferstehung innerhalb der deutschen Musik der Gegenwart“.

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