* 6. Mai 1934 in Sandlack (Ostpreußen); studierte Kirchenmusik in Hannover sowie Komposition in Köln und Düsseldorf bei Bernd Alois Zimmermann, Milko Kelemen und Krzysztof Penderecki; von 1961 bis 1999 Kantor an der Neanderkirche in Düsseldorf; Dozent für Instrumentalanalyse an der Robert Schumann Hochschule Düsseldorf; verfasste zahlreiche Orgelwerke, Passionen und Symphonien; Pionier bei der Einbindung orientalischer und jüdischer Musikelemente in die Sakralmusik. Im Januar 1945 floh er nach Niedersachsen und erhielt in Stade Orgelunterricht an der historischen Orgel von St. Wilhadi; das Studium in Hannover ab 1952 umfasste neben der Kirchenmusik das Schlagzeug, das Kompositionsstudium folgte von 1962 bis 1964 bei Bernd Alois Zimmermann und ab 1967 je zwei Jahre bei Penderecki, Kelemen und Günther Becker, bei dem er sein Diplom ablegte. Ostern 1961 trat er den Dienst an der Neanderkirche an und gründete dort den Chor der Neanderkirche; 1965 war er für den Bau ihrer Rieger-Orgel mitverantwortlich. Ab 1968 richtete er mit Almut Rößler drei Messiaen-Feste und ein Strawinsky-Fest aus, 1972 gründete er den Konzertzyklus „3 mal neu“. 1976 erhielt er den Preis der deutschen Schallplattenkritik für „Bartok auf der Orgel“, 1980 leitete er die Uraufführung von Günther Beckers Osteroratorium „Magnum Mysterium“, 1983 wurde er Honorarprofessor. 1981/82 verbrachte er neun Monate in Israel, 1994 erhielt er ein Rom-Stipendium des Landes Nordrhein-Westfalen, 2005 ein Jerusalem-Stipendium der Stadt Düsseldorf. Zu seinen meist bei der Edition Gravis verlegten Werken zählen vier Oratorien, vier Sinfonien und die Oper „Jud Süß“. Sieben Alben verbinden ihn mit Cybele, und sie zeigen ihn in drei Rollen. Als Komponist ist er auf dem Marimba-Album von Rolf Hildebrand (1995) und auf Das untemperierte Klavier – Neue Musik für Kinderklavier (2003) vertreten, als Dirigent auf Johannes Fritschs Album Frühe Kammermusik aus der Reihe Feedback Studio Köln (2011), als Mitwirkender in Günther Beckers Gesammelten Werken mit Magnum Mysterium (2004). Zwei Folgen der Edition Künstler im Gespräch führen ihn ausführlicher vor: Günther Becker und das Klavier (2017) und Oskar Gottlieb Blarr und die Jesus-Passion (2018), ein Gesprächs- und Werkporträt mit Solisten, Chor und Orchester. Seine Orgelwerke der Jahre 2007 bis 2017 erschienen 2017 an der Rieger-Orgel seiner Neanderkirche, gespielt von Martin Schmeding.
Oskar Gottlieb Blarr
Komponist / Orgel
Aufnahmen bei Cybele
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Das untemperierte Klavier – Neue Musik für Kinderklavier
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Feedback Studio Köln Vol. 9 – Johannes Fritsch: Frühe Kammermusik
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Günther Becker und das Klavier
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Günther Becker: Gesammelte Werke – Magnum Mysterium
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Oskar Gottlieb Blarr und die Jesus-Passion
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Oskar Gottlieb Blarr: Orgelwerke (2007-2017)
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Rolf Hildebrand: Marimba