Johannes Fritsch

Komponist / Bratsche

Am 27. Juli 1941 in Bensheim-Auerbach geboren; Johannes Fritsch war Komponist und Hochschullehrer. Er studierte an der Universität und an der Musikhochschule Köln Musikwissenschaft, Soziologie, Philosophie, Viola und Komposition bei Bernd Alois Zimmermann; 1965 legte er die künstlerische Reifeprüfung im Fach Viola ab und unterrichtete bis 1970 Musiktheorie am Konservatorium der Stadt Köln. Mit dem Stockhausen-Ensemble trat er 1970 auf der Weltausstellung in Osaka auf; im selben Jahr gründete er mit Rolf Gehlhaar und David Johnson das Feedback Studio, ein Jahr später kam der Verlag hinzu. Von 1971 bis 1984 leitete er eine Kompositionsklasse und das Seminar für Neue Musik an der Akademie für Tonkunst in Darmstadt, wo er 1974, 1984 und 1986 auch bei den Internationalen Ferienkursen unterrichtete; von 1984 bis 2006 war er Professor für Komposition an der Musikhochschule Köln. Ausgezeichnet wurde er 1966 mit dem Förderpreis des Landes Nordrhein-Westfalen, 1971 mit dem Preis der Biennale Paris und 1981 mit dem Robert-Schumann-Preis der Stadt Düsseldorf; 1976 war er Stipendiat der Villa Massimo in Rom. Er gab die „Feedback Papers“ heraus und hinterließ bei seinem Tod 2010 mehr als 120 Kompositionen. Neun Alben verbinden ihn mit Cybele, und mit ihm die Dokumentation des Feedback Studio Köln, die das Label über anderthalb Jahrzehnte geführt hat: vom Sampler zum 25-jährigen Bestehen des Studios (1996) über Flötenklang (2000), die DEGEM-Folge Vol. 6 (2003), Violectra (2003, mit David Johnson) und die 3 Trios (2006) bis zur Frühen Kammermusik, der Live-elektronischen Musik und dem Damals-Triptychon (alle 2011). Die Reihe wurde von der Kunststiftung NRW gefördert. Darüber hinaus ist er an einer Hörbuchproduktion des Labels beteiligt.