Komponist, Flötist und Elektronikmusiker aus dem Umkreis des Feedback Studio Köln. Geboren 1940 in Batavia im Staat New York, gestorben 2021 in Basel, schloss der US-Amerikaner sein Kompositionsstudium 1964 an der Harvard University ab und studierte privat bei Nadia Boulanger in Paris; von 1964 bis 1967 besuchte er die Kölner Kurse für Neue Musik, an denen er 1968 selbst Elektronische Musik unterrichtete. 1966/67 assistierte er Karlheinz Stockhausen im WDR-Studio für elektronische Musik bei „Hymnen“ und steuerte die Live-Elektronik der Kammerorchesterfassung von „Mixtur“; 1967 und 1968 wirkte er in Darmstadt an „Ensemble“ und „Musik für ein Haus“ mit, 1970 in Osaka an den Prozesskompositionen „Spiral“, „Pole“ und „Expo“. Im selben Jahr gründete er mit Johannes Fritsch und Rolf Gehlhaar in Köln das Feedback Studio, dessen technischer Leiter er bis 1975 war; für Fritschs „Hochtöner“ (1974) baute er den dort verwendeten Frequenzteiler. 1972 leitete er mit Helmut Lachenmann das Kompositionsstudio der Darmstädter Ferienkurse, von 1975 bis 1986 das Elektronische Studio der Musik-Akademie Basel. Fünf Alben verbinden ihn mit Cybele, und alle gehören zu der Reihe, mit der das Label die Arbeit dieses Studios dokumentiert. Auf dem Sampler zum 25-jährigen Bestehen (1996) und auf Ton-Antiton (2001) ist er unter mehreren Komponisten vertreten. In Johannes Fritschs Violectra (2003) bestreitet er gemeinsam mit dem Komponisten die gesamte Produktion, Fritsch an Viola d’amore und Synthesizer, Johnson am Synthesizer; in den 3 Trios (2006) spielt er Flöte und Synthesizer neben Fritsch an der Bratsche und Rolf Gehlhaar am Schlagzeug. Hinzu kommt eine Beteiligung an der Hörbuchproduktion Weht ein Stadtspaziergang durch den Traum (2014).
David Johnson
Komponist / Flöte / Elektronik




