Jean-Pierre Leguay: Jubilus stellt Jean-Pierre Leguays Sonnantes, Trois esquisses, Le matin sûrement va venir, À Deux und Jubilus in den Mittelpunkt. Das Programm folgt keiner bloßen Abfolge von Einzeltiteln, sondern entwickelt einen eigenen Spannungsbogen: formale Proportion, klangliche Geste und die Verwandlung von Bewegung in Ruhe werden als zusammenhängende Erzählung erfahrbar. Sabine Sauer, Lili Bogdanova, Christina Singer, Nikola Lutz, Lucas Gerin, Nozomi Hiwatashi, Mitglieder des SWR Symphonieorchesters, Junyoung Kim erschließt diese Musik mit einer Gestaltung, die Details hörbar macht, ohne den großen Zusammenhang aus den Augen zu verlieren.
Leguay, Jean-Pierre bildet den kompositorischen Bezugspunkt dieser Edition. Im Horizont von Zeitgenössische Musik wird deutlich, wie vielgestaltig sich Klangsprache, Satztechnik und Ausdruck bündeln können. Diese Werkschau zeichnet Leguays facettenreiches kammermusikalisches Denken nach: vom vierhändigen Klavier über Flötenminiaturen bis zur sechsstimmigen Ensemblekonstellation von Jubilus. Die Auswahl führt dabei nicht in eine museale Rückschau, sondern in eine lebendige Gegenwart des Hörens: Strukturen werden nachvollziehbar, Eigenheiten der Werke erhalten Profil, und vertraute wie unerwartete Wendungen gewinnen Gewicht.
Die Besetzung mit Kammermusik, Klavierduo, Flöte, Altsaxophon, Schlagzeug, Vibraphon, Kammerensemble prägt den Charakter des Albums entscheidend. Register, Resonanz, Atem, Anschlag und Stille werden als musikalische Kräfte behandelt. Wo Linien sich überlagern, rhythmische Impulse verdichten oder Klangfarben ineinander übergehen, bleibt die Anlage transparent. Gerade so entstehen jene feinen Beziehungen, die sich beim wiederholten Hören weiter öffnen.
Sabine Sauer, Lili Bogdanova, Christina Singer, Nikola Lutz, Lucas Gerin, Nozomi Hiwatashi, Mitglieder des SWR Symphonieorchesters, Junyoung Kim verbindet technische Souveränität mit einer klaren, unangestrengten Musikalität. Die Ausführung folgt dem individuellen Charakter der Werke und wahrt zugleich eine übergeordnete Dramaturgie: Fragile Momente verlieren nichts an Spannung, virtuose Passagen bleiben artikuliert, und starke Kontraste werden nicht ausgestellt, sondern aus dem musikalischen Material heraus entwickelt. Das verleiht der Edition Konzentration und eine überzeugende innere Ruhe.
