Sechzehn musikalische Folgen lang war Martin Schmeding an historischen Orgeln in ganz Deutschland unterwegs, um Max Regers vollständiges Orgelwerk einzuspielen. Der siebzehnte Band setzt einen bewusst persönlichen Schlusspunkt: ein Gespräch, aufgenommen im Sophie-Charlotte-Saal des Berliner Doms, gleich neben der Wilhelm-Sauer-Orgel, an der die Aufnahmen zu Vol. 14 entstanden.
Mirjam Wiesemann fragt nach dem Anfang: Wie kam es zur Idee einer Gesamteinspielung, und warum Reger? Es geht um den Menschen Max Reger, um seine Erfolge zu Lebzeiten und seinen Umgang mit Kritik und um sein besonderes Verhältnis zur Orgel. Ein zweiter Strang gilt der Orgelreise selbst: Welche Instrumente wurden ausgewählt und warum, was zeichnet sie im Einzelnen aus, warum gerade Orgeln von Sauer und Walcker — und welche sind dem Interpreten persönlich die liebsten geworden.
Schmeding erzählt von der Vorbereitung, von künstlerischen und logistischen Herausforderungen, von ungewöhnlichen Aufnahmebedingungen, von erhabenen Momenten und von Pannen. Er spricht über das Klangideal der Regerzeit und die Restaurierung der Instrumente, über Kirche, Orgel, Religiosität und Spiritualität, über Menschen und Orte, die ihm auf dieser Reise begegnet sind, und über seine Lieblingsstücke. Und er beantwortet die Frage, ob Regers Orgelwerke etwas für Sammler und Orgelfreunde seien — oder auch für den allgemein musikinteressierten Hörer.
Die Reise führte quer durch Deutschland und ausschließlich an Instrumente der deutschen Spätromantik: an die Wilhelm-Sauer-Orgel des St. Petri Doms in Bremen (1894/1905), an die Walcker-Orgeln der Wiesbadener Lutherkirche (1911), von St. Annen in Annaberg-Buchholz (1884) und der Evangelischen Kirche Essen-Werden (1900), an Sauer-Orgeln in der Erlöserkirche Bad Homburg (1908), der Leipziger Michaeliskirche (1904), der Lutherkirche Chemnitz (1908), der Klosterkirche Doberlug (1874), der Trinitatiskirche Finsterwalde (1908), dem Stift Neuzelle (1906), dem Berliner Dom (1905) und der Leipziger Thomaskirche (1889/1908) sowie an die Ladegast-Sauer-Eule-Orgel der Nikolaikirche Leipzig. Zusammen umfasst die Edition 19 Stunden und 24 Minuten Musik.
Eberhard Friedrich Walcker und Wilhelm Sauer waren die prägenden Gestalten des deutschen Orgelbaus jener Zeit — ihre Instrumente sind der Klang, für den Reger schrieb. Im Gespräch geht es deshalb immer wieder um den Zusammenhang von Orgel und Raum, um originale Einheiten, die sich erhalten haben, und um die Frage, was die Restaurierungen an diesem Klangbild verändert haben. Die Gesamtedition entstand mit freundlicher Unterstützung des Max-Reger-Instituts / Elsa-Reger-Stiftung.
Das Gespräch wurde am 9. Januar 2016 im Dom zu Berlin aufgenommen, dort, wo die Reise für diese Edition begann und endete. Die Gesamtedition wurde für die International Classical Music Awards nominiert.
