Vol. 17 setzt nach sechzehn musikalischen Folgen einen bewusst persönlichen Schlusspunkt. Mirjam Wiesemann trifft Martin Schmeding im Sophie-Charlotte-Saal des Berliner Doms. Das Gespräch blickt auf eine zweijährige Reise durch Deutschland zurück, auf dreizehn historische Orgeln und auf die Aufgabe, Max Regers vollständiges Orgelwerk nicht nur einzuspielen, sondern in seinem klanggeschichtlichen Zusammenhang neu erfahrbar zu machen.
Schmeding erzählt von der Suche nach geeigneten Instrumenten, von ihren unterschiedlichen technischen Voraussetzungen und von der Frage, welche Orgel welchem Werkkomplex am überzeugendsten entspricht. Dabei werden Aufnahmeplanung, Reisen und praktische Schwierigkeiten ebenso anschaulich wie Registrierung, Artikulation und die Balance zwischen historischer Plausibilität und heutiger Interpretation.
Zugleich entsteht ein Porträt Max Regers jenseits des Klischees vom ausschließlich monumentalen Komponisten. Schmeding spricht über Humor, Widersprüche, enorme Produktivität und die feinen, kammermusikalischen Seiten der Musik. Persönliche Stationen seines eigenen Lebens und seiner Ausbildung erklären, weshalb dieses Repertoire für ihn zu einem langfristigen künstlerischen Projekt wurde.
Die Gesprächs-SACD ist damit kein bloßer Anhang. Sie öffnet den Blick hinter die klingenden Resultate und verbindet Werk, Instrument, Interpret und Produktionsprozess. Die 3D-Binaural-Aufnahme vermittelt über Kopfhörer eine unmittelbare Gesprächssituation und rundet die Edition zugleich dokumentarisch und unterhaltsam ab.
Das Gespräch vermittelt zudem, wie viele Entscheidungen hinter einer scheinbar selbstverständlichen Aufnahme stehen. Raumtemperatur, Stimmung, Zugänglichkeit historischer Instrumente, Terminplanung und die akustische Positionierung müssen mit musikalischen Vorstellungen zusammengeführt werden. Gerade diese praktischen Einblicke erklären, weshalb die Edition nicht als Aneinanderreihung einzelner SACDs, sondern als zusammenhängendes Forschungs- und Interpretationsprojekt verstanden werden kann.
Für Hörerinnen und Hörer der vorausgehenden Volumes entstehen zahlreiche Querverbindungen: Instrumente und Orte erhalten ein Gesicht, programmatische Entscheidungen werden nachvollziehbar, und die unterschiedlichen Werkphasen Regers fügen sich zu einem Gesamtbild. Zugleich funktioniert die Folge als selbstständige Einführung in das Projekt und in Schmedings Zugang zu Reger.
