Die vierte Folge der Max Reger Edition versammelt die frühen Choralphantasien über Ein‘ feste Burg ist unser Gott op. 27, Freu‘ dich sehr, o meine Seele! op. 30 sowie die beiden Werke op. 40 über Wie schön leucht’t uns der Morgenstern und Straf mich nicht in deinem Zorn! Reger schrieb sie 1898 und 1899. In jeder Phantasie prägt der jeweilige Liedtext die musikalische Dramaturgie.
Die ersten beiden Werke bilden ein Kontrastpaar und sind motivisch verbunden: Ein Gedanke aus Ein‘ feste Burg kehrt in op. 30 in Moll wieder. Auf die fanfarenartige Geste und das Schlussfugato des ersten Werks antworten dort chromatische Verdichtung und ein Tripelkanon. Auch op. 40 stellt zwei unterschiedliche Ausdruckswelten nebeneinander, von weiträumigen Steigerungen bis zu raschen, dunkleren Stimmungswechseln.
Martin Schmeding spielt an der Wilhelm-Sauer-Orgel von 1908 in der Erlöserkirche Bad Homburg. Ihr Fernwerk lässt den Klang am anderen Ende der Kirche im Altarraum austreten. So erhält die Beziehung zwischen Chorallinie, Registerfarbe und Raum eine eigene Präsenz.
