Cybele 3D-051506 2016

3D-Binaural-Stereo DSD Stereo Surround Klassik Romantische Musik 1:19:30

Zur Beschreibung

Max Reger Edition. Sämtliche Orgelwerke (Vol. 6)

Mitwirkende

Martin SchmedingOrgel

Komponist:in

Max Reger

Kurzbeschreibung

Mit dem sechsten Band der Max Reger Edition wendet sich Martin Schmeding dem Frühwerk zu. Die Drei Stücke für Orgel Op. 7 von 1892, Max Regers erster Orgelzyklus, und die Suite in e-Moll Op. 16 („Den Manen Johann Sebastian Bachs“) von 1895 zeigen, wie rasch sich der Riemann-Schüler von seinen barocken Vorbildern löste. Dazwischen steht ein spätes Stück: Präludium und Fuge in fis-Moll Op. 82 Bd. IV Nr. 1 u. 2, das Reger 1912 aus seinem Klavierzyklus Aus meinem Tagebuch für die Orgel einrichtete. Gespielt wird die große E. F. Walcker-Orgel von 1884 in St. Annen Annaberg-Buchholz.

Details

Trägerformat
Hybrid-SACD

Auflösung
DSD64 / 2.8224 MHz 1 bit

Gesamtspielzeit
79:31

Kanäle
Stereo, 5.0 Surround, 3D-Binaural-Stereo

Orgel
Große E. F. Walcker-Orgel op. 424 (1884; 3 Manuale, mechanische Kegelladen), St. Annen Annaberg-Buchholz

Aufnahme
1.–3. Juni 2015, St. Annen Annaberg-Buchholz

Begleitheft
Deutsch und Englisch, 58 Seiten

Recording Producer: Ingo Schmidt-Lucas

Mit freundlicher Unterstützung des Max-Reger-Instituts / Elsa-Reger-Stiftung

Auszeichnungen

International Classical Music Awards (ICMA) — Nominierung

opushd.net — Opus d’Or Award, Oktober 2016 (Box Max Reger Edition)

MusicWeb International — Recording of the Month, Oktober 2016 (Box Max Reger Edition)

Diapason — 5 Diapason, März 2017 (Box Max Reger Edition)

DIE ZEIT — Die besten Alben des Jahres 2016 (Box Max Reger Edition)

Pressestimmen

musikForum, 4/2016

organ – Journal für die Orgel, 4/2016

FonoForum, 8/2016

Leipziger Volkszeitung, 9/2016

Südwest Presse, 9/2016

American Record Guide, 9/2016

MusicWeb-International.com, 10/2016

Audiophile Audition, 10/2016

Opus Haute Définition, 10/2016

Early Music Reviews (Andrew Benson-Wilson), 11/2016

Der Spiegel, 11/2016

Thüringen Kulturspiegel, 12/2016

MusicWeb-International.com, 1/2017

Classic Voice, 2/2017

Gramophone, 3/2017

Fanfare, 3/2017

Diapason, 3/2017

musica sacra, 3/2017

Orgelnieuws.nl, 6/2017

Gewandhaus-Magazin, Nr. 93

Angaben

Katalognummer
Cybele 3D-051506
Erscheinungsjahr
2016
Genre
Klassik
Epoche
Romantische Musik
Besetzung
Orgel
Label
Cybele Records
Barcode
809548016029
GTIN
4099885250057
Booklet (Seiten)
58

Tracklisting

13 Titel · 1:19:30

  1. 01 Drei Stücke für Orgel Op. 7 (1892) – Nr. 1: Präludium und Fuge in C-Dur: Präludium Komponist:in: Max Reger (1873-1916) Interpret:in: Martin Schmeding 2:57
  2. 02 Drei Stücke für Orgel Op. 7 (1892) – Nr. 1: Präludium und Fuge in C-Dur: Fuge Komponist:in: Max Reger (1873-1916) Interpret:in: Martin Schmeding 6:03
  3. 03 Drei Stücke für Orgel Op. 7 (1892) – Nr. 2: Fantasie über „Te Deum laudamus“ Komponist:in: Max Reger (1873-1916) Interpret:in: Martin Schmeding 10:11
  4. 04 Drei Stücke für Orgel Op. 7 (1892) – Nr. 3: Fuge in d-Moll Komponist:in: Max Reger (1873-1916) Interpret:in: Martin Schmeding 7:50
  5. 05 Präludium und Fuge in fis-Moll Op. 82 Bd. IV Nr. 1 u. 2 (1912) – Präludium Komponist:in: Max Reger (1873-1916) Interpret:in: Martin Schmeding 2:54
  6. 06 Präludium und Fuge in fis-Moll Op. 82 Bd. IV Nr. 1 u. 2 (1912) – Fuge Komponist:in: Max Reger (1873-1916) Interpret:in: Martin Schmeding 2:45
  7. 07 Suite in e-Moll Op. 16 („Den Manen Johann Sebastian Bachs“) (1895) – Introduktion und Fuge: Introduktion Komponist:in: Max Reger (1873-1916) Interpret:in: Martin Schmeding 2:26
  8. 08 Suite in e-Moll Op. 16 („Den Manen Johann Sebastian Bachs“) (1895) – Introduktion und Fuge: Fuge Komponist:in: Max Reger (1873-1916) Interpret:in: Martin Schmeding 12:09
  9. 09 Suite in e-Moll Op. 16 („Den Manen Johann Sebastian Bachs“) (1895) – Adagio assai Komponist:in: Max Reger (1873-1916) Interpret:in: Martin Schmeding 8:02
  10. 10 Suite in e-Moll Op. 16 („Den Manen Johann Sebastian Bachs“) (1895) – Intermezzo Komponist:in: Max Reger (1873-1916) Interpret:in: Martin Schmeding 5:46
  11. 11 Suite in e-Moll Op. 16 („Den Manen Johann Sebastian Bachs“) (1895) – Trio Komponist:in: Max Reger (1873-1916) Interpret:in: Martin Schmeding 3:31
  12. 12 Suite in e-Moll Op. 16 („Den Manen Johann Sebastian Bachs“) (1895) – Intermezzo da capo Komponist:in: Max Reger (1873-1916) Interpret:in: Martin Schmeding 3:00
  13. 13 Suite in e-Moll Op. 16 („Den Manen Johann Sebastian Bachs“) (1895) – Passacaglia Komponist:in: Max Reger (1873-1916) Interpret:in: Martin Schmeding 11:56

Beschreibung

Gegen die Bedenken seines Elternhauses begann Max Reger im Herbst 1890 das Theorie- und Kompositionsstudium bei Hugo Riemann, zunächst in Sondershausen, dann in Wiesbaden. Mit Feuereifer arbeitete er sich durch die Werke der alten Meister und der Zeitgenossen, allen voran Johannes Brahms, der ihm für die polyphone Ausgestaltung wie für die emotionale Tiefe der Musik zum Vorbild wurde. „Die Fugenform hat mich ganz gefangen genommen“, schrieb er damals; in einem seiner ersten Schülerkonzerte spielte er neben eigenen Stücken die B–A–C–H-Fugen Robert Schumanns, die er für die besten Orgelwerke seit Johann Sebastian Bach hielt. Jede Orgelmusik, die nicht im Innersten mit Bach verwandt sei, sei unmöglich – ein Satz, den er selbst nicht pedantisch verstanden wissen wollte.

Die Drei Stücke für Orgel Op. 7 schickte Reger 1892 mit ironischem Beiwerk an Otto Leßmann, den Redakteur der Allgemeinen Musikzeitung: Er setze sich in ihnen eine Perücke auf und vergesse nicht einmal das kleine Zöpfchen, Anspruch auf Originalität erhebe er nicht, er habe nur ein paar solide Orgelstücke schreiben wollen. Sein Londoner Verleger Augener lehnte den Zyklus zunächst ab, beraten von dem Organisten William Thomas Best, dem die Stücke zu seriös und für die Gegenwart nicht interessant genug erschienen; auch Peters sah eine zu große Bindung an die Tradition. Gedruckt wurden sie schließlich doch bei Augener. Präludium und Fuge in C-Dur stehen mit ihrer ausgelassenen Virtuosität und Motorik den frühen Orgelwerken Bachs nahe, besonders BWV 531, dessen Fuge Reger in der Themenfortspinnung zitiert; das Eröffnungsmotiv des Präludiums sequenziert er exakt vierzehnmal.

Immer wieder bricht er den barocken Gestus auf, mit galanten, quasi-klassizistischen Pedal-Vorhalten in der Mitte des Präludiums oder mit einem „norddeutsch-freien“ Einschub in der Fuge. Die beiden anderen Stücke des Zyklus greifen weiter zurück, auf die Vokalpolyphonie des 16. Jahrhunderts und auf Samuel Scheidt und Jan Pieterszoon Sweelinck. In der Fantasie über „Te Deum laudamus“ folgt auf die vierstimmige Vorstellung des gregorianischen Hymnus eine Reihe kunstvoll ausgestalteter Variationen mit Gegenbewegung, Umspielungen und Fugati, deren figurative Auszierung an Scheidts Tabulatura nova erinnert, während Harmonik und feingliedrige Dynamik die Musik in die Gegenwart holen. Die Fuge in d-Moll ist eine Doppelfuge: Reger führt beide Themen zunächst einzeln durch, in einer an Palestrina und Josquin geschulten Stimmführung, und schiebt vor ihrer Verbindung eine kurze Toccata voller überraschender Wendungen ein.

Seit Herbst 1894 arbeitete Reger an einer viersätzigen Orgelsonate. Nachdem Heinrich Reimann unter dem Titel Orgel-Sonaten. Kritische Gänge die Werke seit Felix Mendelssohn Bartholdys Sonaten op. 65 scharf angegriffen hatte, taufte er das Stück in Suite um; seinem Lehrer meldete er stolz, Bach habe in seiner Passacaglia das Thema 21-mal variiert, er selbst 32-mal. Der Kopfsatz der Suite in e-Moll Op. 16 stellt nach wuchtigen Akkordballungen und Punktierungen im quasi-barocken Ouvertürenstil eine umfassende Tripelfuge vor. Das Adagio assai führt mit kolorierter Melodiestimme in die Welt des romantischen Charakterstücks und zitiert die Choräle „Es ist das Heil uns kommen her“, „Aus tiefer Not“ und „O Haupt voll Blut und Wunden“; unmittelbar nach dem größten kakophonen Ausbruch erklingt einstimmig „Wenn ich einmal soll scheiden“, ehe der Satz in vierstimmige Choralgewissheit mündet.

Als größten Kontrast folgt ein scherzoartiges Intermezzo mit ungewöhnlichen Registrierungen und Manualwechseln, unterbrochen von einem lyrischen Trio; das Nebeneinander von Titanischem, Lyrischem und Heiter-Ironischem bleibt für Regers Schaffen charakteristisch. Auf die abschließende Passacaglia mit ihren 32 Durchführungen war er besonders stolz – die Zahl verweist auf Bachs Goldberg-Variationen und Beethovens Diabelli-Variationen. Karl Straube, damals Organist am Willibrordi-Dom zu Wesel, führte die Suite in Berlin auf und verhalf Reger damit zum Durchbruch in der Orgelwelt. Zwei eigene Werke hat Reger später für die Orgel eingerichtet, die Romanze in a-Moll WoO IV/11 und Präludium und Fuge in fis-Moll Op. 82 Bd. IV Nr. 1 u. 2 aus dem 1912 in Meiningen entstandenen Klavierzyklus Aus meinem Tagebuch; hier ist sein Bemühen um Klärung und Vereinfachung des Stils zu greifen.

Schmeding nahm das Programm vom 1. bis 3. Juni 2015 an der E. F. Walcker-Orgel op. 424 von 1884 in St. Annen Annaberg-Buchholz auf. 1987 entschied man sich dort nach langer Diskussion gegen Abriss und Neubau und für eine Renovierung, die die Firma Eule (Bautzen) bis 1995 ausführte; alle 55 überlieferten Register blieben erhalten, Ergänzungen und Rekonstruktionen folgten originalen Vorbildern. So steht in der größten reinen Hallenkirche der Spätgotik in Sachsen eines der bedeutendsten deutschen Instrumente mit mechanischen Kegelladen, im Grundaufbau eng verwandt mit der im selben Jahr gebauten Domorgel von Riga. Für die Gesamteinspielung suchte Schmeding zwischen 2014 und 2016 gemeinsam mit dem Tonmeister Ingo Schmidt-Lucas ausschließlich historische Sauer- und Walcker-Orgeln auf.

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