Cybele 660501 2001

16bit 44.1kHz Stereo Klassik Zeitgenössische Musik 1:11:53

Zur Beschreibung

Portrait Friedrich Jaecker

Mitwirkende

Ensemble Tra I TempiEnsemble für zeitgenössische Musik / MusiktheaterMichael VeltmanDirigent / Orgel / Komponist

Komponist:in

Friedrich Jaecker

Kurzbeschreibung

Friedrich Jaecker, 1950 in Soest geboren, Schüler von György Ligeti und seit 1980 Professor an der Kölner Musikhochschule, schreibt eine leise, langsame Musik, die von Resonanzen und Pausen lebt. Die Titel der meisten seiner Werke seit 1990 nennen nur die Besetzung; sechs davon versammelt dieses Porträt, von „Streichorchester“ und „Schlagzeug, Klavier“ (beide 1995) bis zum „Trio (Violine, Viola, Violoncello)“ von 1998. Dazu kommen „Sphinx (Sopran, Altflöte, Viola)“ (1999) nach einem Gedicht von Heinrich Heine und „Nacht, Stille (Viola, Klavier)“ (2000). Es spielt das Ensemble Tra I Tempi unter der Leitung von Michael Veltman, am Klavier der Komponist selbst.

Details

Trägerformat
CD

Auflösung
PCM 44,1 kHz / 16 bit

Gesamtspielzeit
71:54

Kanäle
Stereo

Aufnahme
28. Februar, 29. Juni – 1. Juli und 3. Juli 2000, Erholungshaus der Bayer AG, Leverkusen

Begleitheft
Deutsch, Englisch und Französisch, 24 Seiten

Recording Producer: Ingo Schmidt-Lucas

Angaben

Katalognummer
Cybele 660501
Erscheinungsjahr
2001
Genre
Klassik
Epoche
Zeitgenössische Musik
Besetzung
Chor, Ensemble, Flöte, Klavier, Orchestermusik, Porträt, Soloinstrument, Sprecher, Violine, Violoncello
Label
Cybele Records
Barcode
809548005528
GTIN
4068992494722
Booklet (Seiten)
24

Tracklisting

8 Titel · 1:11:53

  1. 01 Sphinx (Sopran, Altflöte, Viola) (1999) Komponist:in: Friedrich Jaecker (* 1950) Interpreten: Ensemble Tra I Tempi, Michael Veltman 10:53
  2. 02 Saxophon, Ensemble (Violine, Saxophon, Violoncello, Klavier) (1996-97) Komponist:in: Friedrich Jaecker (* 1950) Interpreten: Ensemble Tra I Tempi, Michael Veltman 8:08
  3. 03 Kontrabaß, Ensemble (Violine, Viola, Violoncello, Kontrabaß, Harfe) (1997) Komponist:in: Friedrich Jaecker (* 1950) Interpreten: Ensemble Tra I Tempi, Michael Veltman 8:15
  4. 04 Sopran, Ensemble (Sopran, Altflöte, Violoncello, Schlagzeug, Klavier) (1997) Komponist:in: Friedrich Jaecker (* 1950) Interpreten: Ensemble Tra I Tempi, Michael Veltman 7:49
  5. 05 Streichorchester (1995) Komponist:in: Friedrich Jaecker (* 1950) Interpreten: Ensemble Tra I Tempi, Michael Veltman 10:00
  6. 06 Schlagzeug, Klavier (1995) Komponist:in: Friedrich Jaecker (* 1950) Interpreten: Ensemble Tra I Tempi, Michael Veltman 7:47
  7. 07 Trio (Violine, Viola, Violoncello) (1998) Komponist:in: Friedrich Jaecker (* 1950) Interpreten: Ensemble Tra I Tempi, Michael Veltman 13:16
  8. 08 Nacht, Stille (Viola, Klavier) (2000) Komponist:in: Friedrich Jaecker (* 1950) Interpreten: Ensemble Tra I Tempi, Michael Veltman 5:45

Beschreibung

Friedrich Jaecker wurde 1950 in Soest geboren, studierte in Detmold und in Hamburg bei György Ligeti und wurde 1980 als Professor an die Kölner Musikhochschule berufen. Als Komponist begann er konstruktivistisch, etwa mit „Beschreibung eines Zerfalls“ für Orchester und „in excelsis“ für drei Tasteninstrumente und drei Schlagzeuger (beide 1976). Nach einem Ausflug zum Trash mit der Kammeroper „Dir, immer nur Dir…“ (1977–80) gewann die Beobachtung des Kompositionsprozesses für ihn große Bedeutung. Seither setzt er seine Mittel äußerst sparsam ein: Von Pausen umgebene Klänge oder Einzeltöne werden so mit Beziehungen angereichert, dass weniger der Eindruck von Auflösung als von Potenzierung entsteht.

Die Titel der meisten Kompositionen seit 1990 bestehen nur aus der jeweiligen Besetzung. Sechs davon sind hier zu hören: „Streichorchester“ und „Schlagzeug, Klavier“ von 1995, „Saxophon, Ensemble (Violine, Saxophon, Violoncello, Klavier)“, „Kontrabaß, Ensemble (Violine, Viola, Violoncello, Kontrabaß, Harfe)“ und „Sopran, Ensemble (Sopran, Altflöte, Violoncello, Schlagzeug, Klavier)“ aus den Jahren 1996 bis 1997 sowie das „Trio (Violine, Viola, Violoncello)“ von 1998. Eine geschlossene Werkgruppe bilden sie nicht. „Komponieren heißt zu üben. Das Üben kommt nie zu einem Ende, die Kompositionen sind Stationen auf diesem Weg“, lautet Jaeckers Credo. Stefan Fricke beschreibt die Stücke im Begleitheft als Exerzitien seiner Ästhetik: Leisigkeit, Langsamkeit, Resonanz, Pausen als imaginierte Klangerfüllungen und Melodien, die sich über lange Zeiträume allmählich bilden. So entsteht eine filigrane, fragile Musik am Rande des Verstummens, darin der Musik des von Jaecker geschätzten Morton Feldman verwandt.

In „Sphinx (Sopran, Altflöte, Viola)“ von 1999 greift Jaecker ein titelloses Gedicht auf, das Heinrich Heine 1839 der dritten Auflage seines „Buchs der Lieder“ voranstellte. Darin wird die Frage der Sphinx an sie zurückgerichtet: „O schöne Sphinx! O löse mir / Das Rätsel, das wunderbare!“ Wie in der Sage schweigt die Sphinx. Jaecker verdichtet Heines Verse noch einmal: Als Text ist nur diese Bitte zu vernehmen, dazu ein „was“ aus der ersten Strophe, der auch die zahlreichen Vokal- und Konsonant-Phoneme des Soprans entstammen. Als leise, gehauchte, stimmlose Seufzer prägen sie das Stück und spiegeln sich in den beiden Instrumenten, besonders in der Altflöte, die das Atmen als Grundbedingung allen Lebens hervorhebt.

In „Nacht, Stille (Viola, Klavier)“ aus dem Jahr 2000 hat Jaecker den Zusammenhang von Nacht und genauem Hören in den Titel gebannt. Fricke verweist auf Friedrich Nietzsches „Morgenröte“ (1881), in der das Ohr als „Organ der Furcht“ erscheint, das sich nur in der Nacht und Halbnacht so reich habe entwickeln können, und die Musik als „Kunst der Nacht und Halbnacht“. Jaeckers Musik, so Fricke, müsse man nicht nachts hören; im Dunkeln gehört, erinnere sie aber an das, was auch am Tag lebenswichtig sei: hellhörig zu sein.

Es spielt das Ensemble Tra I Tempi unter der Leitung von Michael Veltman mit Nicole Ferrein (Sopran), Evelin Degen (Altflöte), Joachim Striepens (Saxophon), Christiane Veltman und Almut Steinhausen (Violine, Viola), Gabrielle Kancachian (Viola), Barbara Degener (Violoncello), Martin Ingenhütt (Kontrabass), Sandra Schulze (Harfe) und Tibor Herczeg (Schlagzeug); am Klavier ist der Komponist selbst zu hören. Für „Streichorchester“ ist das Ensemble um weitere Streicher erweitert. Die Aufnahmen entstanden im Februar und im Sommer 2000 im Erholungshaus der Bayer AG in Leverkusen.

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