Cybele 350301 1998

16bit 44.1kHz Stereo Klassik Klassische Moderne Romantische Musik 50:49

Zur Beschreibung

Russische Klavierquintette

Mitwirkende

Thomas LeanderKlavierMinguet-QuartettEnsemble (Streichquartett)

Komponisten

Alexander Borodin · Dmitri Schostakowitsch

Kurzbeschreibung

Zwei russische Klavierquintette, fast acht Jahrzehnte auseinander. Alexander Borodin schrieb sein Quintett Anfang 1862, nachdem er in Heidelberg die Pianistin Jekaterina, seine spätere Frau, kennengelernt und Schumanns Klavierquintett gehört hatte; gedruckt wurde es erst 1938. Dmitri Schostakowitschs Klavierquintett entstand 1940 in Leningrad, in der Zeit von Stalins Säuberungen, und brachte ihm 1941 den Stalinpreis I. Klasse ein. Es spielen Thomas Leander und das Düsseldorfer Minguet-Quartett mit Ulrich Isfort, Annette Reisinger, Irene Schwalb und Matthias Diener, aufgenommen im Dezember 1997 in der Festhalle Viersen.

Details

Trägerformat
CD

Auflösung
PCM 44,1 kHz / 16 bit

Gesamtspielzeit
50:50

Kanäle
Stereo

Aufnahme
17.–19. Dezember 1997, Festhalle Viersen

Begleitheft
Deutsch, Englisch und Französisch, 32 Seiten

Recording Producer: Ingo Schmidt-Lucas

Angaben

Katalognummer
Cybele 350301
Erscheinungsjahr
1998
Genre
Klassik
Epoche
Klassische Moderne, Romantische Musik
Besetzung
Klavierquintett
Label
Cybele Records
Barcode
809548003524
GTIN
4068992491240
Booklet (Seiten)
32

Tracklisting

8 Titel · 50:49

  1. 01 Quintett für 2 Violinen, Viola, Violoncello und Klavier Op. 57 – I. Praeludium. Adagio Komponist:in: Dmitri Schostakowitsch (1906-1975) Interpreten: Thomas Leander, Minguet-Quartett 3:50
  2. 02 Quintett für 2 Violinen, Viola, Violoncello und Klavier Op. 57 – II. Fuge. Adagio Komponist:in: Dmitri Schostakowitsch (1906-1975) Interpreten: Thomas Leander, Minguet-Quartett 9:06
  3. 03 Quintett für 2 Violinen, Viola, Violoncello und Klavier Op. 57 – III. Scherzo. Allegretto Komponist:in: Dmitri Schostakowitsch (1906-1975) Interpreten: Thomas Leander, Minguet-Quartett 3:29
  4. 04 Quintett für 2 Violinen, Viola, Violoncello und Klavier Op. 57 – IV. Intermezzo. Lento Komponist:in: Dmitri Schostakowitsch (1906-1975) Interpreten: Thomas Leander, Minguet-Quartett 6:34
  5. 05 Quintett für 2 Violinen, Viola, Violoncello und Klavier Op. 57 – V. Finale. Allegretto Komponist:in: Dmitri Schostakowitsch (1906-1975) Interpreten: Thomas Leander, Minguet-Quartett 7:21
  6. 06 Quintett für 2 Violinen, Viola, Violoncello und Klavier – I. Andante Komponist:in: Alexander Borodin (1833-1887) Interpreten: Thomas Leander, Minguet-Quartett 4:34
  7. 07 Quintett für 2 Violinen, Viola, Violoncello und Klavier – II. Scherzo. Allegro non troppo Komponist:in: Alexander Borodin (1833-1887) Interpreten: Thomas Leander, Minguet-Quartett 5:54
  8. 08 Quintett für 2 Violinen, Viola, Violoncello und Klavier – III. Finale. Allegro moderato Komponist:in: Alexander Borodin (1833-1887) Interpreten: Thomas Leander, Minguet-Quartett 10:01

Beschreibung

Alexander Borodin kennt man vor allem als Komponisten der Sinfonie in h-Moll, der „Steppenskizze aus Mittelasien“ und der Oper „Fürst Igor“, die er bei seinem plötzlichen Tod 1887 als Fragment hinterließ. Weniger bekannt ist, dass er in Russland als „Vater des russischen Streichquartetts“ gilt. Anders als seine Mitstreiter im „Mächtigen Häuflein“ schätzte der nie systematisch ausgebildete Komponist die Kammermusik besonders; schon mit knapp 14 Jahren schrieb er ein Streichtrio, mit 17 ein Klaviertrio. Das Klavierquintett ist das letzte Werk dieser frühen Kammermusikperiode. Im Sommer 1861 führte ein Forschungsauftrag in Chemie den promovierten Mediziner nach Heidelberg, wo er die russische Pianistin Jekaterina kennenlernte; gemeinsames Musizieren und Konzerte in Heidelberg, Baden-Baden, Mannheim und Pisa machten ihn mit Werken Chopins und Schumanns vertraut.

Anfang 1862 entstand das Quintett für 2 Violinen, Viola, Violoncello und Klavier, das wie so viele Werke Borodins ungedruckt blieb und erst 1938 erschien. Im Kopfsatz stellt das Klavier im Oktav-Unisono ein kantables, durch den Wechsel von Dreier- und Zweiertakt eigentümlich schwebendes Thema vor, dessen äolische Färbung in f-Moll slawisch klingt; das zweite Thema wirkt wie eine Fassung als „Lied ohne Worte“. Das Scherzo lässt sein erstes Thema von der Viola aus fugierend durch die Stimmen laufen und macht das komödiantische zweite zum pianistischen Kabinettstück. Das Finale beginnt elegisch in c-Moll, bringt eine Mendelssohn-nahe Episode und eine kleine „Chopiniade“, steigert sich hymnisch und verklingt im Pianissimo.

Borodin und Schostakowitsch verbindet auch eine biographische Spur: Ein Borodin-Stipendium, vermittelt durch Alexander Glasunow, erlaubte dem mittellos gewordenen Schostakowitsch in der Zeit nach der Revolution, sein Studium am Konservatorium in Petersburg fortzusetzen. In Leningrad entstand 1940 auch sein Quintett für 2 Violinen, Viola, Violoncello und Klavier Op. 57, in einer für Künstler hochgefährlichen Zeit: Seit Stalin 1935 eine Aufführung von „Lady Macbeth“ vorzeitig verlassen und die Parteipresse 1936 von „Chaos statt Musik“ geschrieben hatte, fühlte sich Schostakowitsch besonders bedroht. Das Quintett brachte eine Wende: Nach der umjubelten Uraufführung im November 1940 in Moskau mit dem Beethoven-Quartett und dem Komponisten am Flügel erhielt es am 16. März 1941 den neu geschaffenen Stalinpreis I. Klasse.

Das Klavier eröffnet das Praeludium mit einer fast pathetischen Akkordgeste; attacca folgt eine groß angelegte Fuge über ein stockendes, elegisches modales Thema im zarten Sordinoklang. Nach dem tänzerischen, derb zupackenden Scherzo und einem meditativen Intermezzo gleitet die Musik fast unmerklich ins heitere Finale. Thomas Leander, 1960 in Düsseldorf geboren, studierte bei Herbert Drechsel, Paul Badura-Skoda und Geoffrey Parsons und wurde 1995 an der Düsseldorfer Robert Schumann Hochschule zum Professor berufen. Das 1988 gegründete Minguet-Quartett wurde lange von Walter Levin betreut; es spielt hier in der Besetzung Ulrich Isfort und Annette Reisinger (Violine), Irene Schwalb (Viola) und Matthias Diener (Violoncello). Die Aufnahme entstand vom 17. bis 19. Dezember 1997 in der Festhalle Viersen.

Konzertkalender

12. Nov. 2026

19:30

Minguet Quartett(öffnet in neuem Tab)

Ulrich Isfort (Geige), Annette Reisinger (Geige), Aida-Carmen Soanea (Bratsche), Matthias Diener (Violoncello)
Kronenzentrum, Bietigheim-Bissingen(Karte, öffnet in neuem Tab)

Tickets(öffnet in neuem Tab)