Cybele 361401 2003

DSD Stereo Surround Neue Musik Zeitgenössische Musik 1:10:45

Zur Beschreibung

the cello in my life

Mitwirkende

Michael DenhoffKomponist / VioloncelloBirgitta WollenweberKlavier

Komponist:in

Michael Denhoff

Kurzbeschreibung

Michael Denhoff (* 1955) ist Komponist und Cellist; dieses Album versammelt fünf seiner Duos für Violoncello oder Campanula und Klavier aus den Jahren 1996 bis 2003: Unreceding on op. 83e, Trace d’Etoile op. 87, … as when no words op. 77 für Klavier und Fern-Cello, Sobre tantas cuerdas op. 72a und die Sieben Bagatellen op. 92. Denhoff spielt selbst, Birgitta Wollenweber den Klavierpart.

Details

Trägerformat
Hybrid-SACD

Auflösung
DSD64 / 2.8224 MHz 1 bit

Gesamtspielzeit
70:46

Kanäle
Stereo, 5.1 Surround

Instrumente
Violoncello und Campanula, Klavier

Aufnahme
28./29. September 2003, Burg Langendorf

Begleitheft
Deutsch und Englisch, 32 Seiten

Recording Producer: Ingo Schmidt-Lucas

Pressestimmen

Angaben

Katalognummer
Cybele 361401
Erscheinungsjahr
2003
Genre
Neue Musik
Epoche
Zeitgenössische Musik
Besetzung
Campanula, Kammermusik, Klavier, Violoncello
Label
Cybele Records
Barcode
809548009120
GTIN
4068992490793
Booklet (Seiten)
32

Tracklisting

11 Titel · 1:10:45

  1. 01 Unreceding on Op. 83e (1999) – Nebenweg V für Violoncello und Klavier Komponist:in: Michael Denhoff (* 1955) Interpreten: Michael Denhoff, Birgitta Wollenweber 14:40
  2. 02 Trace d’Etoile Op. 87 (1999) – hommage à Wercollier für Campanula und Klavier Komponist:in: Michael Denhoff (* 1955) Interpreten: Michael Denhoff, Birgitta Wollenweber 12:49
  3. 03 … as when no words Op. 77 (1996) für Klavier und Fern-Cello Komponist:in: Michael Denhoff (* 1955) Interpreten: Michael Denhoff, Birgitta Wollenweber 15:34
  4. 04 Sobre tantas cuerdas Op. 72a (2003) für Campanula und Klavier Komponist:in: Michael Denhoff (* 1955) Interpreten: Michael Denhoff, Birgitta Wollenweber 13:33
  5. 05 Sieben Bagatellen Op. 92 (2001) für Violoncello und Klavier – I. larghissimo (von mir…) Komponist:in: Michael Denhoff (* 1955) Interpreten: Michael Denhoff, Birgitta Wollenweber 2:16
  6. 06 Sieben Bagatellen Op. 92 (2001) für Violoncello und Klavier – II. presto (…für Siegfried Palm) Komponist:in: Michael Denhoff (* 1955) Interpreten: Michael Denhoff, Birgitta Wollenweber 1:00
  7. 07 Sieben Bagatellen Op. 92 (2001) für Violoncello und Klavier – III. prestissimo (…für Miklos Perényi) Komponist:in: Michael Denhoff (* 1955) Interpreten: Michael Denhoff, Birgitta Wollenweber 1:16
  8. 08 Sieben Bagatellen Op. 92 (2001) für Violoncello und Klavier – IV. molto tranquillo (…für Frans Helmerson) Komponist:in: Michael Denhoff (* 1955) Interpreten: Michael Denhoff, Birgitta Wollenweber 2:31
  9. 09 Sieben Bagatellen Op. 92 (2001) für Violoncello und Klavier – V. misterioso (…für Erling Blöndal-Bengtsson) Komponist:in: Michael Denhoff (* 1955) Interpreten: Michael Denhoff, Birgitta Wollenweber 1:35
  10. 10 Sieben Bagatellen Op. 92 (2001) für Violoncello und Klavier – VI. grave (…für Maria Kliegel) Komponist:in: Michael Denhoff (* 1955) Interpreten: Michael Denhoff, Birgitta Wollenweber 2:25
  11. 11 Sieben Bagatellen Op. 92 (2001) für Violoncello und Klavier – VII. lontanissimo (…für Pablo Casals – in memoriam) Komponist:in: Michael Denhoff (* 1955) Interpreten: Michael Denhoff, Birgitta Wollenweber 3:06

Beschreibung

Wenn ein Komponist für „sein“ Instrument schreibt, erwartet man, dass er dessen spieltechnische Möglichkeiten auf höchst virtuose Weise ausreizt — man denke an Liszt am Klavier oder an Messiaen an der Orgel. Wer sich unter dieser Erwartung Denhoffs Cellowerken nähert, wird sie nicht erfüllt finden: Fragile Klanggestalten, schattenhaft Angedeutetes, introvertierte Nachdenklichkeit und eine irritierend schlichte Transparenz des Satzes sind hier die Kennzeichen. Sie fordern genaues Hinhören — und dann zeigt sich doch eine eigene Virtuosität im Umgang mit den Klangmöglichkeiten des Instruments, wie sie nur von jemandem stammen kann, der es auch praktisch genau kennt.

Im Werkverzeichnis Denhoffs spielt das eigene Instrument lange nicht die Hauptrolle — die gehört eher dem Klavier. Doch seit dem Sommer 1996 entstand in dichter Folge eine Reihe von Duos, die mit … as when no words op. 77 beginnt. Dahinter steht Samuel Becketts später Prosatext Worstward Ho: Kaum ein anderes Buch habe ihn in jenen Jahren so gefangen genommen, schreibt Denhoff — die verwirrende Schönheit und Musikalität der Worte, die wie so oft bei Beckett das Scheitern thematisieren, habe seine Arbeit auf nicht benennbare Art verändert. In nur fünf Tagen im August 1996 geschrieben, ist das Stück variabel angelegt: Es kann als reines Klavierstück erklingen oder mit einer zusätzlichen Cellostimme, wobei der Cellist in einem Nebenraum oder hinter dem Publikum möglichst weit entfernt vom Pianisten postiert ist. Beide Musiker können an einigen Stellen Textfragmente aus Worstward Ho im Rhythmus der Noten dazusprechen; die Worte haben sich dabei wie eine Klangfarbe der Musik unterzuordnen. Aus dreißig teils kürzesten Einheiten bestehend, ist die Musik mehrfach mit sich selbst verschachtelt — andeutend, kommentierend, variierend, sich entfaltend und sich selbst zersetzend.

In Unreceding on op. 83e, dem fünften „Nebenweg“ aus dem abendfüllenden Klavierquintett Hauptweg und Nebenwege, stehen literarische Zitate zwischen den Noten — nur für die ausführenden Musiker lesbar, „auf die sie einwirkten“, wie Denhoff schreibt. Es sind Worte von Hölderlin, Celan, Kafka, Ungaretti, Heine und wieder Beckett, die Spuren in der Musik hinterlassen und die poetische Stimmung des Stücks einfärben. Der Titel des Quintetts verweist bewusst auf das berühmte Bild von Paul Klee.

Trace d’Etoile op. 87 ist eine Hommage an den luxemburgischen Bildhauer Lucien Wercollier, dessen Werken Denhoff bei einem Besuch begegnete. Eine Skulptur, schrieb er zur Uraufführung, akzentuiert den sie umgebenden Raum, wie Klänge die Luft in Schwingung versetzen. Das Stück nutzt das Mitschwingen der Resonanzsaiten der Campanula — eines neu entwickelten, cellähnlichen Streichinstruments mit sechzehn Resonanzsaiten des Instrumentenbauers Helmut Bleffert. Durch die vorgeschriebene Skordatur und die Beschränkung auf die Saiten im Pizzicato und ihre natürlichen Obertöne im Arco entsteht eine in sich geschlossene Harmonik, auf die sich wie ein dialogisierendes Echo auch das Klavier beschränkt; beide Instrumente verschmelzen dabei auf verblüffende Weise. Sobre tantas cuerdas op. 72a, 2003 entstanden, ist die eigenständige Alternativfassung von Circula el tiempo op. 72 für Campanulen.

Die Sieben Bagatellen op. 92 schrieb Denhoff zwischen dem 8. und 13. März 2001. Der entscheidende Impuls kam von einem Konzert, in dem er erstmals neue Solostücke von György Kurtag hörte, gespielt vom ungarischen Cellisten Miklos Perényi, dessen uneitles, ganz auf die Sache konzentriertes Spiel ihn zutiefst beeindruckte. Die dritte Bagatelle ist Perényi gewidmet; ihre schnellen absteigenden, schattenhaft flüchtigen Passagen erinnern fast wie eine Huldigung an Kurtags Solostück „Schatten“, und auch der Hoteldämpfer, der dem Celloklang ein fahles Timbre gibt, scheint dort entlehnt. Die anderen Bagatellen richten sich an seine Lehrer Siegfried Palm und Erling Blöndal Bengtsson und an Cellisten, die er bewundert oder mit denen er befreundet ist — kleine klingende Grußkarten, die an Kurtags „Messages“ erinnern. Aufgenommen wurde am 28. und 29. September 2003 auf Burg Langendorf; die Hybrid-SACD spielt 70:46 in Stereo und 5.1 Surround.

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