Nikolaj Roslavets

Komponist

1881 im Gouvernement Tschernigow geboren, 1944 in Moskau gestorben; Nikolaj Roslavets war russischer Komponist, Geiger und Musikpublizist. Er studierte am Moskauer Konservatorium Violine sowie Komposition bei Alexander Iljinski und Sergej Wassilenko und schloss 1912 mit einer Auszeichnung ab. Etwa gleichzeitig mit Arnold Schönberg entwickelte er ein eigenes System der Tonorganisation aus Synthetikakkorden, das er in Kammermusik, Klavierwerken und Liedern anwandte. In den 1920er Jahren war er eine führende Stimme der Assoziation für zeitgenössische Musik und Herausgeber musikpolitischer Zeitschriften; ab 1930 wurde seine Musik zurückgedrängt, er arbeitete zeitweise in Taschkent und war bis zu seinem Tod kaum noch öffentlich präsent. Erst seit den 1980er Jahren wird sein Werk wieder aufgeführt. Im Cybele-Katalog ist seine Klaviermusik auf Klavierwerke um den Russischen Futurismus (Vol. 4, 2016) vertreten, eingespielt von Thomas Günther am Steinway-D-Konzertflügel.