Willem Tankes Imaginary Day ordnet 21 Orgelstücke in drei Abschnitte: Early Morning, The Afternoon und Late Evening, Night. Die zwischen 1996 und 2001 entstandenen Fantasien folgen keiner starren Stilidee. Tanke entwickelt sie aus improvisatorischen Einfällen, die zu eigenständigen Kompositionen reifen. Wiederkehrende modale Gedanken verbinden die Stationen, während jede Orgel eine andere Farbe in den imaginären Tag trägt.
Zwischen Vogelruf, Psalm und Carillon öffnen sich unerwartete Klangräume. Ein religiöses Lied aus Ghana und eine Melodie aus Kamerun stehen neben spielerischen Dudelsack-Anklängen. In fünf Stücken ergänzt Tanke das Orgelspiel selbst um kleine Perkussionsinstrumente: Fahrradhupe, Trommel, Glocke und Flaschen sind hier keine bloßen Effekte, sondern Teil einer präzise durchdachten Klangdramaturgie. Der Bogen führt von hellem Beginn zu den geheimnisvollen, bisweilen stürmischen Nachtstücken und einem stillen Epilog.
Die Aufnahmen entstanden an der Chataigne-Orgel in St. Antoine, der Bätz-Orgel in Utrecht, der König-Orgel in Nijmegen und der Loret-Orgel in Berkel-Enschot. Ihre unterschiedlichen Register, Mechaniken und Räume machen die Vielfalt des Zyklus unmittelbar erfahrbar. So bleibt Imaginary Day trotz seiner weiten Perspektiven ein zusammenhängendes, persönliches Orgelwerk.
