Cybele 060301 2005

16bit 44.1kHz Stereo Neue Musik Zeitgenössische Musik 1:06:29

Zur Beschreibung

Imaginary Day

Mitwirkende

Willem TankeOrgel

Komponist:in

Willem Tanke

Kurzbeschreibung

Zwischen 1996 und 2001 schrieb Willem Tanke die 21 Fantasien, die er unter dem Titel Imaginary Day zu einem erfundenen Tageslauf ordnete: Early morning, The afternoon, Late evening, night. Die Stücke gehen von improvisierten „Inventionen“ aus, die sich über Wochen, mitunter Jahre zu Kompositionen verdichteten; sie sind so angelegt, dass sie ohne Registranten zu spielen sind, und wurden in Einzelaufnahmen ohne Nachbearbeitung festgehalten. Tanke spielt vier historische Orgeln in Frankreich und den Niederlanden, darunter die große König-Orgel der Stevenskerk Nijmegen. In fünf Fantasien greift die gerade freie Hand zu kleinen Perkussionsinstrumenten.

Details

Trägerformat
CD

Auflösung
PCM 44,1 kHz / 16 bit

Gesamtspielzeit
66:28

Kanäle
Stereo

Orgeln
Chataîgne-Orgel (III/42, 1782), St. Antoine, Vouziers; große Bätz-Orgel (III/50, 1831), Domkerk Utrecht; große König-Orgel (III/54, 1773–1776), Stevenskerk Nijmegen; Loret-Orgel (II/12, 1880), St. Willibrorduskerk, Berkel-Enschot

Aufnahme
17. September 1999, St. Antoine, Vouziers; 7. August 1999, Stevenskerk Nijmegen; 12. Juli 2000, Domkerk Utrecht; 19. Juni 2001, St. Willibrorduskerk, Berkel-Enschot

Begleitheft
Deutsch und Englisch, 32 Seiten

Die Produktion wurde von Codarts Research gefördert

Pressestimmen

AllMusic

Angaben

Katalognummer
Cybele 060301
Erscheinungsjahr
2005
Genre
Neue Musik
Epoche
Zeitgenössische Musik
Besetzung
Orgel, Perkussion
Label
Cybele Records
Barcode
809548009427
GTIN
4068992491172
Booklet (Seiten)
32

Tracklisting

21 Titel · 1:06:29

  1. 01 Early morning – Call of the Trumpet Komponist:in: Willem Tanke (* 1959) Interpret:in: Willem Tanke 4:49
  2. 02 Early morning – Latin Folly Komponist:in: Willem Tanke (* 1959) Interpret:in: Willem Tanke 2:57
  3. 03 Early morning – The Mixolydian Mode – Part One Komponist:in: Willem Tanke (* 1959) Interpret:in: Willem Tanke 3:22
  4. 04 Early morning – Pièce en trio I Komponist:in: Willem Tanke (* 1959) Interpret:in: Willem Tanke 2:15
  5. 05 Early morning – Skylark Komponist:in: Willem Tanke (* 1959) Interpret:in: Willem Tanke 4:35
  6. 06 Early morning – For a Child Komponist:in: Willem Tanke (* 1959) Interpret:in: Willem Tanke 2:25
  7. 07 Early morning – The Dorian Mode Komponist:in: Willem Tanke (* 1959) Interpret:in: Willem Tanke 4:10
  8. 08 The afternoon – Yehowah Kpo Kpo (trad. Ghana) Komponist:in: Willem Tanke (* 1959) Interpret:in: Willem Tanke 1:57
  9. 09 The afternoon – The First Psalm Komponist:in: Willem Tanke (* 1959) Interpret:in: Willem Tanke 1:25
  10. 10 The afternoon – The Mixolydian Mode – Part Two Komponist:in: Willem Tanke (* 1959) Interpret:in: Willem Tanke 2:42
  11. 11 The afternoon – Jeux de fonds, Carillon and Bicycle Horn Komponist:in: Willem Tanke (* 1959) Interpret:in: Willem Tanke 3:05
  12. 12 The afternoon – Anyi Bialale (trad. Kamerun) Komponist:in: Willem Tanke (* 1959) Interpret:in: Willem Tanke 3:47
  13. 13 The afternoon – Bagpipes Komponist:in: Willem Tanke (* 1959) Interpret:in: Willem Tanke 4:25
  14. 14 The afternoon – Dolcezza Komponist:in: Willem Tanke (* 1959) Interpret:in: Willem Tanke 2:49
  15. 15 Late evening, night – Come and Dream Komponist:in: Willem Tanke (* 1959) Interpret:in: Willem Tanke 3:37
  16. 16 Late evening, night – African Drum Komponist:in: Willem Tanke (* 1959) Interpret:in: Willem Tanke 3:14
  17. 17 Late evening, night – Grand jeu de tierce, clairon, flageolet et bouteilles Komponist:in: Willem Tanke (* 1959) Interpret:in: Willem Tanke 2:17
  18. 18 Late evening, night – Pièce en trio II Komponist:in: Willem Tanke (* 1959) Interpret:in: Willem Tanke 2:22
  19. 19 Late evening, night – Three Trumpets and a Small Owl Komponist:in: Willem Tanke (* 1959) Interpret:in: Willem Tanke 3:31
  20. 20 Late evening, night – Breakwave Komponist:in: Willem Tanke (* 1959) Interpret:in: Willem Tanke 2:41
  21. 21 Late evening, night – Jeu de basson, hautbois et voix humaine Komponist:in: Willem Tanke (* 1959) Interpret:in: Willem Tanke 4:04

Beschreibung

Willem Tanke, geboren 1959, war von 1989 bis 2003 Organist an der Saint Willibrorduskerk in Berkel-Enschot. Dort und in Kirchen, in denen er konzertiert hatte, entstanden zwischen 1996 und 2001 zwei Serien von Orgelstücken, Imaginary Day und Meditations. Die einzelnen Stücke gehen, wie er im Begleitheft beschreibt, von einer „Invention“ aus, einem brauchbaren Einfall aus der Improvisation; eine zweite Invention kann als Kontrast hinzutreten. Aus dem wiederholten Spiel nach den Skizzen kristallisiert sich allmählich die Komposition heraus — ein Vorgang, der Wochen oder Jahre dauern kann und am Ende ganz auskomponierte Stücke ebenso zulässt wie solche mit offenen Abschnitten. Nur For a Child und Bagpipes waren von vornherein durchkomponiert.

Schwierig war, aus diesen Stücken eine zusammenhängende Collage zu bauen — nicht nur wegen der Verschiedenheit der Orgeln, sondern auch wegen der Unterschiede in Charakter, Tonalität, Struktur und Farbe, die die jeweilige Registrierung mit sich brachte. Der Morgen beginnt mit Call of the Trumpet über einem Orgelpunkt, dessen Tasten zwei Gewichte niederhalten, so dass beide Hände für Melodie und Begleitfiguren frei bleiben. In The Mixolydian Mode – Part One stößt die Vox humana eigenartige Freuden- und Angstschreie aus; wie viel dabei improvisiert wird, zeigt der Vergleich mit der Nachmittagsfassung Part Two. Im Pièce en trio I laufen drei chromatisch aufeinander bezogene tonale Zentren übereinander, C im Bass, H im Sopran, Cis in der Mittelstimme; die weite Lage der Stimmen und die Akustik der Kirche lassen den Satz dennoch konsonant erscheinen.

Der Nachmittag öffnet sich außereuropäischem Material: Yehowah Kpo Kpo aus Ghana und Anyi Bialale aus Kamerun lernte Tanke zwischen 1998 und 2000 im Zusammenspiel mit afrikanischen Musikern kennen; die Erfahrung habe, schreibt er, seine europäischen Vorstellungen von Effizienz und professionellem Gebaren gründlich in Frage gestellt. The First Psalm entstand für eine Performance des Schauspielers Henk van Ulsen, ebenso Breakwave, das in dessen „Hiob“ einen Sturm und die Stille davor und danach illustrierte. Jeux de fonds, Carillon and Bicycle Horn knüpft an die französische Praxis des 17. und 18. Jahrhunderts an, Orgelstücke nach ihrer Registrierung zu benennen: Die Fahrradhupe gibt eine große Sekunde, die dem As und dem B der Nijmegener Orgel entspricht, weshalb das Stück in f-Moll steht.

In den Fantasien 11, 12, 16, 17 und 20 spielt Tanke mit der jeweils freien Hand Perkussion: eine afrikanische Trommel, die als Gosoeah bezeichnete ghanaische Glocke am Stock, Indian Bells, Weinflaschen, Kupfer- und Blechkannen, die er nach ihrem Klang im großen Kirchenraum ausgesucht hat. Für Come and Dream wurde von mehreren Aufnahmen bewusst die gewählt, in der Glocken und Kinderstimmen von draußen hereinklingen. Aufgenommen wurde an vier Instrumenten: an der Chataîgne-Orgel von 1782 in Vouziers, der König-Orgel von 1773–1776 in der Stevenskerk Nijmegen, der Bätz-Orgel von 1831 in der Domkerk Utrecht und der Loret-Orgel von 1880 in Berkel-Enschot. Tanke studierte Orgel bei Jan Welmers, Musiktheorie bei Joep Straesser und elektronische Musik bei Ton Bruynel am Konservatorium Utrecht, lehrte dort von 1988 bis 2000 und ist Professor für „The Art of Doing Nothing“ am Rotterdamer Konservatorium.