Cybele 260801 2005

5.1 Surround DSD Stereo Neue Musik Zeitgenössische Musik 1:04:27

Zur Beschreibung

New Dutch Guitar Music

Mitwirkende

Diangelo CiciliaGitarre

Komponisten

Florian Magnus Maier · Frank Crijns · Jo Sporck · Luciano Berio · Paul Goodman

Kurzbeschreibung

Weil er in der niederländischen Musik seiner Zeit keine Stücke fand, die die technischen und expressiven Möglichkeiten der Gitarre weiterentwickeln, bat der Gitarrist Diangelo Cicilia einige junge Komponisten in den Niederlanden, für ihn zu schreiben. Fünf Ergebnisse dieser Zusammenarbeit sind hier zu hören: Jo Sporcks „The sandman“ für Gitarre und Tonband, Frank Crijns’ „Raam # 2“, Florian Magnus Maiers „Crystal Vermin“ und „Toccata“ für verstärkte Gitarre sowie Paul Goodmans „Call“. Als Bonus spielt Cicilia Luciano Berios „Sequenza XI“, die sein Lehrer Eliot Fisk 1988 uraufgeführt hat.

Details

Trägerformat
Hybrid-SACD

Auflösung
DSD64 / 2.8224 MHz 1 bit

Gesamtspielzeit
64:30

Kanäle
Stereo, 5.1 Surround

Aufnahme
13.–16. September 2004, Dorpskerk, Rhoon

Begleitheft
Deutsch und Englisch, 28 Seiten

Recording Producer: Ingo Schmidt-Lucas

Pressestimmen

Angaben

Katalognummer
Cybele 260801
Erscheinungsjahr
2005
Genre
Neue Musik
Epoche
Zeitgenössische Musik
Besetzung
E-Gitarre, Gitarre, Live-Elektronik
Label
Cybele Records
Barcode
809548009823
GTIN
4068992490663
Booklet (Seiten)
28

Tracklisting

6 Titel · 1:04:27

  1. 01 The sandman (2000) for guitar and tape Komponist:in: Jo Sporck (* 1953) Interpret:in: Diangelo Cicilia 9:55
  2. 02 Raam # 2 (1999) Komponist:in: Frank Crijns (1960-2024) Interpret:in: Diangelo Cicilia 7:58
  3. 03 Crystal Vermin (1999) for amplified classical guitar Komponist:in: Florian Magnus Maier (* 1973) Interpret:in: Diangelo Cicilia 10:01
  4. 04 Call (2004) Komponist:in: Paul Goodman (* 1955) Interpret:in: Diangelo Cicilia 10:56
  5. 05 Toccata (2002) for amplified classical guitar and delay Komponist:in: Florian Magnus Maier (* 1973) Interpret:in: Diangelo Cicilia 7:45
  6. 06 Sequenza XI (1987-88) Komponist:in: Luciano Berio (1925-2003) Interpret:in: Diangelo Cicilia 17:52

Beschreibung

Diangelo Cicilia, 1971 auf Curaçao geboren, studierte Gitarre am Konservatorium in Rotterdam und am Königlichen Konservatorium in Den Haag, wo er cum laude und mit einer besonderen Auszeichnung für seinen Einsatz für die zeitgenössische Musik abschloss; danach studierte er bei Eliot Fisk am New England Conservatory in Boston. Schon im Studium suchte er nach Kompositionen, die die Möglichkeiten seines Instruments erforschen und erweitern. Die fünf Stücke dieser SACD sind Früchte seiner Initiative und der engen Zusammenarbeit mit Jo Sporck, Frank Crijns, Florian Magnus Maier und Paul Goodman, die – teils keine gebürtigen Niederländer – alle eng mit dem Musikleben der Niederlande verbunden sind. Alle fünf Werke sind Cicilia gewidmet.

Jo Sporck, 1953 in Heerlen geboren, schrieb „The sandman“ (2000) nach der gleichnamigen Videoinstallation des kanadischen Künstlers Stan Douglas von 1995, in der gegen Ende zwei Videos zu einem verschmelzen. Eine zweite, zuvor aufgenommene Gitarre erklingt aus Lautsprechern hinter dem Publikum – auf der SACD-Schicht tatsächlich von hinten. Der Live-Gitarrist antwortet auf diese Schattensequenz mit Capriccios und Paraphrasen, aus denen eine Kadenz wächst, bis beide Ebenen, begleitet von Geräuschen echten Sandes, zu einer Einheit finden. Der 1960 geborene Frank Crijns nennt die acht Sätze seines „Raam # 2“ (1999) „(Tag)Träumereien“; Spieltechniken der Streichinstrumente und die auf Cis heruntergestimmte tiefe E-Saite dienen einem möglichst transparenten Klangbild.

Florian Magnus Maier, 1973 in München geboren, selbst Gitarrist und in Rotterdam ausgebildet, zeichnet in „Crystal Vermin“ (1999) für verstärkte Gitarre die langsame unterirdische Verwandlung toter Organismen in kristallisierte Formen nach, mit vielen neuen, sehr komplizierten Spieltechniken. Seine „Toccata“ (2002) für verstärkte Gitarre und Stereo-Delay klingt wie ein Ensemblestück: Genau berechnete Verzögerungen erzeugen die Illusion von drei Gitarren, die in fünf Sätzen einen Kanon im Abstand von je einer Sekunde spielen. In der Surroundfassung klingt die Live-Gitarre vorn, die beiden verzögerten Stimmen leiser hinten links und hinten rechts, sodass das Stück wie ein Karussell durch den Raum kreist. Paul Goodman, 1955 in Vancouver geboren, studierte am Institut für Sonologie in Utrecht; sein „Call“ (2004) besteht aus vier Sektionen, die jeweils mit einem gehaltenen g’’ beginnen und enden und beliebig oft ohne Pause wiederholt werden – der Interpret wird so zum Mitkomponisten.

Luciano Berio schrieb zwischen 1958 und 2002 vierzehn Solostücke mit dem Titel Sequenza. Die „Sequenza XI“ entstand 1987/88 für Eliot Fisk, der sie am 20. April 1988 uraufführte. Sie ist ein Kompendium gitarristischer Spieltechniken, vor allem aus der spanischen Gitarrenmusik, bis hin zu Bartok-Pizzicati und einer Gelegenheit zum Nachstimmen mitten im Stück. Die Aufnahmen entstanden im September 2004 in der Dorpskerk in Rhoon; den Begleittext schrieb Stefan Fricke.