Cybele 860401 2005

16bit 44.1kHz Stereo Klassik Zeitgenössische Musik 59:30

Zur Beschreibung

Rolf Riehm: Orchesterwerke

Mitwirkende

Rundfunk-Sinfonieorchester SaarbrückenOrchesterHans ZenderLeitungEnsemble OriolKammerorchesterSebastian GottschickDirigent / Komponist / Geige / BratscheKsenija LukicSopranChristoph SpäthTenorYaron WindmüllerBaritonOswald SallabergerDirigent

Komponist:in

Rolf Riehm

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Kurzbeschreibung

Drei Werke aus den Jahren 1966 bis 1999 zeigen, wie der 1937 in Saarbrücken geborene Rolf Riehm mit Musik der Vergangenheit umgeht. In „He, très doulz roussignol joly“ (1978) setzt er fünf Balladen und Virelais aus der Zeit um 1380 für Orchester als „instrumentale Inszenierung“ einer höfischen Soirée; „Schubert Teilelager“ (1989) für Streichorchester montiert Figuren aus der Klavierbegleitung von Schuberts Lied „Der blinde Knabe“ neu. „Die Erde ist eine Schale von dunkelm Gold“ vereint zwei Bach-Paraphrasen nach Büchners „Leonce und Lena“. Es spielen das Rundfunk-Sinfonieorchester Saarbrücken unter Hans Zender und Oswald Sallaberger und das Ensemble Oriol unter Sebastian Gottschick.

Details

Trägerformat
CD

Auflösung
PCM 44,1 kHz / 16 bit

Gesamtspielzeit
59:31

Kanäle
Stereo

Aufnahme
2. Oktober 1979, Großer Sendesaal des Saarländischen Rundfunks, Saarbrücken (Tracks 1–5); 7. Dezember 1990, SFB, Berlin (Track 6); 1999, Großer Sendesaal des Saarländischen Rundfunks, Saarbrücken (Tracks 7–8, live)

Begleitheft
Deutsch und Englisch, 32 Seiten, Digipak

Eine Co-Produktion mit dem SR und dem WDR

Angaben

Katalognummer
Cybele 860401
Erscheinungsjahr
2005
Genre
Klassik
Epoche
Zeitgenössische Musik
Besetzung
Orchestermusik
Label
Cybele Records
Barcode
809548010126
Booklet (Seiten)
32

Tracklisting

8 Titel · 59:30

  1. 01 He, très doulz roussignol joly (1978) nach altfranzösischen Balladen und Virelais für Orchester – Le greygnour bien Komponist:in: Rolf Riehm (1937-2026) Interpreten: Rundfunk-Sinfonieorchester Saarbrücken, Hans Zender 4:19
  2. 02 He, très doulz roussignol joly (1978) nach altfranzösischen Balladen und Virelais für Orchester – He, très doulz roussignol joly Komponist:in: Rolf Riehm (1937-2026) Interpreten: Rundfunk-Sinfonieorchester Saarbrücken, Hans Zender 3:01
  3. 03 He, très doulz roussignol joly (1978) nach altfranzösischen Balladen und Virelais für Orchester – Ung lion say Komponist:in: Rolf Riehm (1937-2026) Interpreten: Rundfunk-Sinfonieorchester Saarbrücken, Hans Zender 2:41
  4. 04 He, très doulz roussignol joly (1978) nach altfranzösischen Balladen und Virelais für Orchester – Alarme, alarme Komponist:in: Rolf Riehm (1937-2026) Interpreten: Rundfunk-Sinfonieorchester Saarbrücken, Hans Zender 1:55
  5. 05 He, très doulz roussignol joly (1978) nach altfranzösischen Balladen und Virelais für Orchester – Sus un fontayne Komponist:in: Rolf Riehm (1937-2026) Interpreten: Rundfunk-Sinfonieorchester Saarbrücken, Hans Zender 4:13
  6. 06 Schubert Teilelager (1989) Komponist:in: Rolf Riehm (1937-2026) Interpreten: Ensemble Oriol, Sebastian Gottschick 12:34
  7. 07 Die Erde ist eine Schale von dunkelm Gold (1966-99), Zwei Bach-Paraphrasen – Paraphrase Nr. 1, Garten. Nacht und Mondschein Komponist:in: Rolf Riehm (1937-2026) Interpreten: Ksenija Lukic, Christoph Späth, Yaron Windmüller, Rundfunk-Sinfonieorchester Saarbrücken, Oswald Sallaberger 15:35
  8. 08 Die Erde ist eine Schale von dunkelm Gold (1966-99), Zwei Bach-Paraphrasen – Paraphrase Nr. 2, Leonce und und … (Georg Büchner) Komponist:in: Rolf Riehm (1937-2026) Interpreten: Ksenija Lukic, Christoph Späth, Yaron Windmüller, Rundfunk-Sinfonieorchester Saarbrücken, Oswald Sallaberger 15:12

Beschreibung

Auf Anregung seines damaligen Chefdirigenten Hans Zender bat der Saarländische Rundfunk mehrere Komponisten, Musik aus der Zeit vor Monteverdi in den Konzertsaal zu holen. Riehm wollte zunächst ein „musikalisches Soziogramm“ entwerfen, das die offizielle Musik von Kirche und Hof mit der der fahrenden Spielleute konfrontiert, doch deren Musik ist nie aufgeschrieben worden. Bei Willi Apel fand er Stücke aus der Zeit um 1380, von Komponisten zwischen Guillaume de Machaut und Guillaume Dufay, die für den Hof der Gegenpäpste in Avignon und ähnliche Höfe einen verfeinerten, „manieristischen“ Stil pflegten. Für „He, très doulz roussignol joly“ wählte er fünf Stücke von Matheus de Perusio, Borlet, Grimace, Johannes Ciconia und einem Anonymus.

Riehm hält sich strikt an die Originale, fügt außer Trillern und Umspielungen keine Töne hinzu und greift kaum in die Polyphonie ein. Statt von Instrumentation spricht er von „instrumentaler Inszenierung“: Die Dramaturgie folgt dem Bild einer höfischen Soirée, in der sich die „Lemuren von Avignon“ ein spätes Stelldichein geben. In der dreistimmigen Ballade „Ung lion say“ erklingen kleine Abschnitte der Stimmen in Charakteren nach Art der Cembalomusik Couperins, kapriziös, kühl oder ungeschlacht; im Virelai „Alarme, alarme“ belebt eine Kuckucksrufphrase zunächst Tempo und Besetzung, bis die Musik schwerfällig am Boden bleibt.

„Schubert Teilelager“ (1989) für Streichorchester greift, so Frank Hilberg im Begleitheft, zu dekonstruktivistischen Verfahren. Riehm entnimmt der Klavierbegleitung von Franz Schuberts Lied „Der blinde Knabe“ D 833 einige Figuren und montiert sie neu; die Melodie fällt weg, die Begleitung wird zum Thema, und durch Schichtung, Überblendung und gestaffelte Dynamik entsteht ein Wechselspiel von Nähe und Ferne. Romantisches Gefühl, schreibt Riehm, lasse sich heute nur noch als Erzählung verschlissener Hoffnungen erfahren, in der „zynischen bundesrepublikanischen Gegenwart“ und nicht im Wien Metternichs.

„Leonce und und …“, seine erste Orchesterkomposition überhaupt, schrieb Riehm 1966 als Szene einer nie vollendeten Oper nach Georg Büchners „Leonce und Lena“: Leonce gerät im nächtlichen Garten beim Anblick Lenas in eine delirierende Spirale, bis Valerio ihn auf den Boden der Tatsachen zurückholt, verkörpert von Bachs fünfstimmiger Fuge in b-Moll aus dem ersten Teil des Wohltemperierten Klaviers. Für einen Auftrag des Saarländischen Rundfunks stellte Riehm 1999 eine neue Paraphrase über das zugehörige Präludium voran, „Garten. Nacht und Mondschein“ nach Büchners Regieanweisung, in der sich die Bühne aus einem Rahmen zusammengedrückter Melodieteile allmählich zu Bachs Perspektive füllt. Den Titel gibt ein Satz Leonces: „Die Erde ist eine Schale von dunkelm Gold“.

Riehm studierte Komposition bei Wolfgang Fortner und lehrte von 1974 bis 2000 an der Musikhochschule Frankfurt am Main. Die Aufnahmen stammen aus dem Rundfunk: „He, très doulz roussignol joly“ spielte das Rundfunk-Sinfonieorchester Saarbrücken unter Hans Zender 1979 in Saarbrücken ein, „Schubert Teilelager“ das Ensemble Oriol unter Sebastian Gottschick 1990 in einer Produktion des WDR. Die Bach-Paraphrasen mit Ksenija Lukic (Sopran), Christoph Späth (Tenor), Yaron Windmüller (Bariton) und dem Rundfunk-Sinfonieorchester Saarbrücken unter Oswald Sallaberger wurden 1999 im Großen Sendesaal des Saarländischen Rundfunks live mitgeschnitten.

Konzertkalender

11. Okt. 2026

17:00

Gospel illuminé – Abbatiale Saint-Georges(öffnet in neuem Tab)

Oswald Sallaberger (Dirigent / Geige), L’ensemble Vocal Rouen (Vokalensemble), Karl Espinasse (Chorleiter), Florent Gac (Orgel), Gwendal Etrillard (Kontrabass)
Abbatiale Saint-Georges, Saint-Martin-de-Boscherville(Karte, öffnet in neuem Tab)

Tickets(öffnet in neuem Tab)

15. Okt. 2026

20:00

SOLA, Concert portrait(öffnet in neuem Tab)

Oswald Sallaberger (Dirigent / Geige), Laurène Helstroffer Durantel (Kontrabass), Anne Dumont (Cembalo)
Église des Bénédictines, Rouen(Karte, öffnet in neuem Tab)

Tickets(öffnet in neuem Tab)

13. Nov. 2026

20:00

Nacht der Unken(öffnet in neuem Tab)

Sebastian Gottschick (Leitung / Arrangeur / Bratsche), ensemble für neue musik zürich, Anna Trauffer (Arrangeur / Gesang / Kontrabass), Viviane Hasler (Gesang), Leo Riegler (Gesang), Daniel Mouthon (Moderation / Text), Elia Pianaro (Flöte), Manfred Spitaler (Klarinette), Vincenzo Furio (Klavier), Lorenz Haas (Schlagzeug), Daniela Müller (Geige), Nicola Romano (Violoncello)
Kunstraum Walcheturm, Zürich(Karte, öffnet in neuem Tab)

14. Nov. 2026

20:00

Nacht der Unken(öffnet in neuem Tab)

Sebastian Gottschick (Leitung / Arrangeur / Bratsche), ensemble für neue musik zürich, Anna Trauffer (Arrangeur / Gesang / Kontrabass), Viviane Hasler (Gesang), Leo Riegler (Gesang), Daniel Mouthon (Moderation / Text), Elia Pianaro (Flöte), Manfred Spitaler (Klarinette), Vincenzo Furio (Klavier), Lorenz Haas (Schlagzeug), Daniela Müller (Geige), Nicola Romano (Violoncello)
Kunstraum Walcheturm, Zürich(Karte, öffnet in neuem Tab)

14. Nov. 2026

20:30

Vivaldi 4 saisons / Pergolèse Stabat mater(öffnet in neuem Tab)

Oswald Sallaberger (Dirigent / Geige), Les voix illuminées (Vokalensemble), Karl Espinasse (Chorleiter), Jennifer Rio Ortpaul (Geige), Cécile Tref (Geige), Sabine Cormier (Bratsche), Thibault Leroy (Violoncello), Joseph Carver (Kontrabass), Anne Dumont (Cembalo)
Église de l’Immaculée-Conception, Elbeuf(Karte, öffnet in neuem Tab)

Tickets(öffnet in neuem Tab)

15. Nov. 2026

16:00

Nacht der Unken(öffnet in neuem Tab)

Sebastian Gottschick (Leitung / Arrangeur / Bratsche), ensemble für neue musik zürich, Anna Trauffer (Arrangeur / Gesang / Kontrabass), Viviane Hasler (Gesang), Leo Riegler (Gesang), Daniel Mouthon (Moderation / Text), Elia Pianaro (Flöte), Manfred Spitaler (Klarinette), Vincenzo Furio (Klavier), Lorenz Haas (Schlagzeug), Daniela Müller (Geige), Nicola Romano (Violoncello)
Palass, Zofingen(Karte, öffnet in neuem Tab)

26. Nov. 2026

20:30

Concert pour la Paix – Gospel illuminé(öffnet in neuem Tab)

Oswald Sallaberger (Dirigent / Geige), L’ensemble Vocal Rouen (Vokalensemble), Karl Espinasse (Chorleiter), Florent Gac (Orgel), Gwendal Etrillard (Kontrabass)
Temple Saint-Éloi, Rouen(Karte, öffnet in neuem Tab)

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03. Dez. 2026

20:30

Concert de Noël – Jeudi de l’Avent(öffnet in neuem Tab)

Oswald Sallaberger (Dirigent / Geige), Les voix illuminées (Vokalensemble), Karl Espinasse (Chorleiter), Anne Dumont (Cembalo), Cécile Tref (Geige), Mathilde Ricque (Bratsche), Thibault Leroy (Violoncello), Gwendal Etrillard (Kontrabass)
Église Notre-Dame-de-la-Miséricorde, Mont-Saint-Aignan(Karte, öffnet in neuem Tab)

Tickets(öffnet in neuem Tab)

10. Dez. 2026

20:30

Concert de Noël – Temple Saint-Éloi Rouen(öffnet in neuem Tab)

Oswald Sallaberger (Dirigent / Geige), Les voix illuminées (Vokalensemble), Karl Espinasse (Chorleiter), Anne Dumont (Cembalo), Cécile Tref (Geige), Mathilde Ricque (Bratsche), Thibault Leroy (Violoncello), Joseph Carver (Kontrabass)
Temple Saint-Éloi, Rouen(Karte, öffnet in neuem Tab)

Tickets(öffnet in neuem Tab)

04. Feb. 2027

20:30

Lumières à la Chandeleur – Beethoven 200(öffnet in neuem Tab)

Oswald Sallaberger (Dirigent / Geige), Frédéric Aguessy (Klavier), Les voix illuminées (Vokalensemble), Karl Espinasse (Chorleiter)
Église Sainte-Jeanne-d’Arc, Rouen(Karte, öffnet in neuem Tab)

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