* 1959 in Hengelo; ist Organist; studierte am Rotterdams Conservatorium; Verknüpfung von Orgelimprovisation, zeitgenössischer Musik und Elektronik; Professor am Rotterdams Conservatorium. Von 1977 bis 1985 studierte er Orgel und Improvisation bei Jan Welmers, Musiktheorie bei Joep Straesser und Elektronische Musik bei Ton Bruynel; mit Stipendien arbeitete er danach bei Jennifer Bate in London und Almut Rößler in Düsseldorf an Olivier Messiaens Orgelwerk. Von 1989 bis 2003 war er Organist der St.-Willibrorduskerk in Berkel-Enschot, deren Loret-Orgel von 1880 er später für Cybele einspielte, von 1998 bis 2000 an der Scots International Reformed Church in Rotterdam. Orgel unterrichtete er von 1988 bis 2000 an der Hochschule der Künste Utrecht, seit 2001 Theorie und Improvisation am Rotterdamer Konservatorium Codarts, wo er von 2006 bis 2008 das Forschungsprojekt „The Art of Doing Nothing“ durchführte, aus dem auch die zwölf Fastenmeditationen hervorgingen. 1999 erschien seine Gesamtaufnahme des Orgelwerks von Olivier Messiaen auf acht CDs. 1998 erhielt er die silberne Ehrenmedaille der Nederlandse Sint-Gregoriusvereniging, 2015 den Schnittger Dream Prize. Drei Alben verbinden ihn mit Cybele, alle zwischen 2005 und 2007 entstanden und alle auf historischen niederländischen und französischen Orgeln. Imaginary Day (2005) führt über vier Instrumente – die Chataîgne-Orgel in Vouziers, die Bätz-Orgel in Utrecht, die König-Orgel in Nijmegen und die Loret-Orgel in Berkel-Enschot – und setzt bei fünf Fantasien kleine Perkussionsinstrumente hinzu. 2006 folgte Max Regers Variationen und Fuge in fis-Moll op. 73, gekoppelt mit zwei eigenen Wind-Fantasien, an der Adema-Orgel der St.-Bavo-Kathedrale Haarlem und zwei Marcussen-Orgeln der Grote of Sint-Laurenskerk Rotterdam; 2007 seine zwölf Meditationen für eine Fastenzeit an der Loret-Orgel von 1880 in Berkel-Enschot.
Willem Tanke
Orgel


