Cybele 3D-051509 2016

3D-Binaural-Stereo 5.1 Surround DSD Stereo Klassik Romantische Musik 1:03:39

Zur Beschreibung

Max Reger Edition. Sämtliche Orgelwerke (Vol. 9)

Mitwirkende

Martin SchmedingOrgel

Komponist:in

Max Reger

Kurzbeschreibung

Der neunte Band der Max Reger Edition versammelt Musik, die Max Reger bewusst für den praktischen Gebrauch schrieb. Die Sechs Trios für Orgel Op. 47 (1900) hatte er, wie er dem Orgelpädagogen Karl Wolfrum mitteilte, hauptsächlich als Unterrichtsmaterial gedacht; Adalbert Lindner nannte sie eine Blume zwischen zwei Abgründen. Mit den Zwölf Stücken für Orgel Op. 80 beschloss Reger die Reihe der Sammlungen kürzerer Charakterstücke aus seiner Münchner Zeit — kammermusikalischer im Ton als ihre Vorgänger. Martin Schmeding spielt die Wilhelm-Sauer-Orgel von 1904 in der Leipziger Michaeliskirche.

Details

Trägerformat
Hybrid-SACD

Auflösung
DSD64 / 2.8224 MHz 1 bit

Gesamtspielzeit
63:41

Kanäle
Stereo, 5.1 Surround, 3D-Binaural-Stereo

Orgel
Wilhelm-Sauer-Orgel op. 902 (1904; 3 Manuale, pneumatische Kegelladen), Michaeliskirche Leipzig

Aufnahme
28./29. Mai 2015, Michaeliskirche Leipzig

Begleitheft
Deutsch und Englisch, 56 Seiten

Recording Producer: Ingo Schmidt-Lucas

Mit freundlicher Unterstützung des Max-Reger-Instituts / Elsa-Reger-Stiftung

Auszeichnungen

International Classical Music Awards (ICMA) — Nominierung

opushd.net — Opus d’Or Award, Oktober 2016 (Box Max Reger Edition)

MusicWeb International — Recording of the Month, Oktober 2016 (Box Max Reger Edition)

Diapason — 5 Diapason, März 2017 (Box Max Reger Edition)

DIE ZEIT — Die besten Alben des Jahres 2016 (Box Max Reger Edition)

Pressestimmen

musikForum, 4/2016

organ – Journal für die Orgel, 4/2016

Leipziger Volkszeitung, 9/2016

Südwest Presse, 9/2016

American Record Guide, 9/2016

MusicWeb-International.com, 10/2016

Audiophile Audition, 10/2016

Opus Haute Définition, 10/2016

Early Music Reviews (Andrew Benson-Wilson), 11/2016

Der Spiegel, 11/2016

Thüringen Kulturspiegel, 12/2016

MusicWeb-International.com, 1/2017

Classic Voice, 2/2017

Gramophone, 3/2017

Fanfare, 3/2017

Diapason, 3/2017

musica sacra, 3/2017

Orgelnieuws.nl, 6/2017

Gewandhaus-Magazin, Nr. 93

Angaben

Katalognummer
Cybele 3D-051509
Erscheinungsjahr
2016
Genre
Klassik
Epoche
Romantische Musik
Besetzung
Orgel
Label
Cybele Records
Barcode
809548016326
GTIN
4099885250095
Booklet (Seiten)
56

Tracklisting

18 Titel · 1:03:39

  1. 01 Sechs Trios für Orgel Op. 47 (1900) – Nr. 1: Canon Komponist:in: Max Reger (1873-1916) Interpret:in: Martin Schmeding 2:10
  2. 02 Sechs Trios für Orgel Op. 47 (1900) – Nr. 2: Gigue Komponist:in: Max Reger (1873-1916) Interpret:in: Martin Schmeding 2:17
  3. 03 Sechs Trios für Orgel Op. 47 (1900) – Nr. 3: Canzonetta Komponist:in: Max Reger (1873-1916) Interpret:in: Martin Schmeding 4:12
  4. 04 Sechs Trios für Orgel Op. 47 (1900) – Nr. 4: Scherzo Komponist:in: Max Reger (1873-1916) Interpret:in: Martin Schmeding 3:48
  5. 05 Sechs Trios für Orgel Op. 47 (1900) – Nr. 5: Siciliano Komponist:in: Max Reger (1873-1916) Interpret:in: Martin Schmeding 2:17
  6. 06 Sechs Trios für Orgel Op. 47 (1900) – Nr. 6: Fuge Komponist:in: Max Reger (1873-1916) Interpret:in: Martin Schmeding 3:11
  7. 07 Zwölf Stücke für Orgel Op. 80, Heft 1 (1902/1904) – Nr. 1: Präludium Komponist:in: Max Reger (1873-1916) Interpret:in: Martin Schmeding 3:53
  8. 08 Zwölf Stücke für Orgel Op. 80, Heft 1 (1902/1904) – Nr. 2: Fughetta Komponist:in: Max Reger (1873-1916) Interpret:in: Martin Schmeding 4:13
  9. 09 Zwölf Stücke für Orgel Op. 80, Heft 1 (1902/1904) – Nr. 3: Canzonetta Komponist:in: Max Reger (1873-1916) Interpret:in: Martin Schmeding 4:43
  10. 10 Zwölf Stücke für Orgel Op. 80, Heft 1 (1902/1904) – Nr. 4: Gigue Komponist:in: Max Reger (1873-1916) Interpret:in: Martin Schmeding 3:02
  11. 11 Zwölf Stücke für Orgel Op. 80, Heft 1 (1902/1904) – Nr. 5: Ave Maria Komponist:in: Max Reger (1873-1916) Interpret:in: Martin Schmeding 3:57
  12. 12 Zwölf Stücke für Orgel Op. 80, Heft 1 (1902/1904) – Nr. 6: Intermezzo Komponist:in: Max Reger (1873-1916) Interpret:in: Martin Schmeding 4:21
  13. 13 Zwölf Stücke für Orgel Op. 80, Heft 2 (1904) – Nr. 7: Scherzo Komponist:in: Max Reger (1873-1916) Interpret:in: Martin Schmeding 4:53
  14. 14 Zwölf Stücke für Orgel Op. 80, Heft 2 (1904) – Nr. 8: Romanze Komponist:in: Max Reger (1873-1916) Interpret:in: Martin Schmeding 3:20
  15. 15 Zwölf Stücke für Orgel Op. 80, Heft 2 (1904) – Nr. 9: Perpetuum mobile Komponist:in: Max Reger (1873-1916) Interpret:in: Martin Schmeding 2:18
  16. 16 Zwölf Stücke für Orgel Op. 80, Heft 2 (1904) – Nr. 10: Intermezzo Komponist:in: Max Reger (1873-1916) Interpret:in: Martin Schmeding 3:55
  17. 17 Zwölf Stücke für Orgel Op. 80, Heft 2 (1904) – Nr. 11: Toccata Komponist:in: Max Reger (1873-1916) Interpret:in: Martin Schmeding 3:24
  18. 18 Zwölf Stücke für Orgel Op. 80, Heft 2 (1904) – Nr. 12: Fuge Komponist:in: Max Reger (1873-1916) Interpret:in: Martin Schmeding 3:45

Beschreibung

Adalbert Lindner nannte die Sechs Trios für Orgel Op. 47 (1900) eine Blume zwischen zwei Abgründen und meinte damit das B-A-C-H-Werk op. 46 und die Choralphantasien op. 52. Ihr Komponist sah die Sache nüchterner: An den Orgelpädagogen Karl Wolfrum schrieb Max Reger, er habe die Trios hauptsächlich als Unterrichtsmaterial gedacht, und bat ihn, sie im Königlichen Lehrerseminar in den oberen Kursen des Orgelunterrichts zu verwenden. Zunächst hatte Reger, wie so oft, zwei ungleich gewichtige Werke unter einer Opuszahl zusammengefasst — die Phantasie und Fuge über B-A-C-H als op. 46a, die Trios als op. 46b; der Verlag Joseph Aibl brachte die Trios Anfang Oktober 1900 dann als op. 47 heraus.

Dem Organisten Gustav Beckmann gegenüber entschuldigte sich Reger, das Werk sei zu unbedeutend, um es ihm zu widmen, und fügte in gewohnter Ironie hinzu, das Pedal sei natürlich immer obligat — wozu habe man denn „Beene“. Karl Straube traf in der Monatsschrift für Gottesdienst und kirchliche Kunst den Ton der Sammlung: sechs Musterstücke an Feinheit und Grazie, in denen sogar der Humor zu seinem Recht komme, soweit er auf der Orgel zulässig sei; man atme fast die Luft der Rokokozeit. Den lyrischen Nummern Canon, Canzonetta und Siciliano stehen mit Gigue, Scherzo und Fuge drei äußerst lebhaft artikulierte Sätze von heiter-ironischer Leichtigkeit gegenüber. Alle sechs sind dreiteilig angelegt, mit kunstvoll veränderter Reprise, und greifen immer wieder zum doppelten Kontrapunkt.

Mit den Zwölf Stücken für Orgel Op. 80 beendete Reger die Reihe jener Sammlungen kürzerer Charakterstücke, die er in seiner Münchner Zeit vorgelegt hatte. Wie in op. 59, op. 63 und op. 65 vereinigt er zwölf Sätze zu einem Zyklus; drei davon waren bereits für op. 65 komponiert und auf Wunsch des Verlegers für die spätere Sammlung zurückgestellt worden — auch hierin zeigt sich der Pragmatiker, dem an Verbreitung und Publikation seiner Werke gelegen war. Harmonisch und formal sind diese Stücke wesentlich ausgeglichener als die vorangegangenen Sammlungen; Martin Schmeding liest daraus im Begleitheft Regers wachsende Erfolge und den damit gewonnenen Gleichmut ab, auch wenn die Münchner Konflikte, unter anderem der Streit mit der Neudeutschen Schule um Ludwig Thuille, nie ganz in den Hintergrund traten.

Insgesamt wirkt op. 80 kammermusikalischer und neigt, vor allem klanglich, weniger zu eruptiven Ausbrüchen. Wie op. 59 fand die Sammlung schon kurz nach ihrem Erscheinen allgemeine Wertschätzung; Regers Biograph Guido Bagier lobte die ständig neuen Ausblicke, die reizvollen Vertiefungen und die dem Charakter des Instruments gemäßen harmonischen Kombinationen. Anfang und Ende des Zyklus bilden je ein Paar aus Präludium und Fuge: Nr. 1 Präludium und Nr. 2 Fughetta in e-Moll mit ihrem sanft schwingenden, melancholischen Pastoralencharakter, dann Nr. 11 Toccata und Nr. 12 Fuge in a-Moll, die in zielgerichteter Virtuosität, harmonischer Gefasstheit und formaler Abrundung zu den gelungensten Stücken dieser Sammlungen zählen. Dazwischen steht Verschiedenstes: ein Perpetuum mobile mit ostinaten Sechzehntelfiguren, ein Intermezzo in ungeradem Takt, das an langsame Sätze Gustav Mahlers erinnert, und ein inniges Ave Maria, das Regers Wort bestätigt, er sei katholisch bis in die Fingerspitzen. Erst gegen Ende seines Lebens griff er mit op. 129 die Idee einer solchen Sammlung wieder auf.

Die Aufnahmen entstanden am 28. und 29. Mai 2015 an der Wilhelm-Sauer-Orgel op. 902 der Leipziger Michaeliskirche, unmittelbar vor denen zum zehnten Band am selben Instrument. Kirche und Orgel wurden gemeinsam bis 1904 errichtet und bilden bis in den Prospekt hinein eine Einheit: Dessen geschnitzte Rosenstöcke und Naturformen nehmen den Jugendstil des Kirchbaus auf. Christian Scheffler (Sieversdorf) restaurierte das Instrument 1996–1999 umfassend; Martin Schmeding hebt im Begleitheft seine vielfältigen kammermusikalischen Farben hervor. Nach der Zerstörung Dresdens war hier Hanns Ander-Donath tätig, Organist der Frauenkirche und bedeutender Bach- und Reger-Interpret. Registriert haben Sebastian Heindl, Marie Schmeding, Jihoon Song und Sora Yu. Der Band gehört zu der Gesamteinspielung, für die Schmeding zwischen 2014 und 2016 historische Sauer- und Walcker-Orgeln in ganz Deutschland aufsuchte; er war für die International Classical Music Awards (ICMA) nominiert.

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