Grundlage dieses Hörbuchs sind drei Erzählungen und vier kurze Dialoge, die vom Aufwachsen erzählen. Das Erleben ihrer Figuren, schreibt Mirjam Wiesemann, habe viel mit innerer und äußerer Musik zu tun: mit Musik, die tatsächlich erklingt, und mit einer Musik aus Erinnerungen, Empfindungen und Gedanken, die nur die Figuren selbst hören. Beide Klangwelten sollten hier hörbar werden. Nach „Vom Mädchen das nicht schlafen wollte“ und „Die Prinzessin“ ist es die dritte Produktion der Hörbuchreihe Wort&Musik für Kinder und Jugendliche.
In „Unter dem Flügel“ wird das Klavierspiel des Vaters zum Einschlafritual, zum Begleiter in Schlaf, Traum und Dunkelheit; sein plötzlicher Verlust wird zur Last für das Leben des späteren Erwachsenen. „Warum spielst Du Kontrabass, Vater?“ erzählt von einem Zuviel an Musik: Der Sohn erlebt das unermüdliche Kontrabassspiel des Vaters als Fessel und steigert sich in fiebrige Vernichtungsfantasien. „Frau Schultheiß und die Vogelstimmen“, die längste der drei Geschichten, spielt in der Schule; die Gedanken eines älteren Schülers schweifen aus dem Klassenzimmer zu einem Zoobesuch mit der Mutter und zu einem Diktat aus der Grundschulzeit.
Drei Musiker haben sich in die Geschichten eingefühlt. Neben Ausschnitten aus der Musikliteratur spielen sie eigene Kompositionen und Improvisationen, die hier erstmals eingespielt sind. Bernd Wiesemann spielt zu den Zwischentexten Stücke aus seinen „Widmungen“ für Kinderklavier und zu „Unter dem Flügel“ Inside-Piano-Improvisationen, bei denen die Saiten des Flügels mit Schlägeln angeschlagen, gezupft und gestrichen werden. Wlodzimierz Gula, Solo-Kontrabassist der Düsseldorfer Symphoniker, spielt Ausschnitte aus dem Kontrabasskonzert in fis-Moll op. 3 von Sergei Kussewizki und eigene Improvisationen. Martin Schmeding verbindet an der Orgel der Kunst-Station St. Peter in Köln, mit Blockflöten und Vogelimitationspfeifen Musik von Olivier Messiaen, Akira Nishimura, Jacob van Eyck, Hans-Martin Linde und François Couperin mit eigenen Improvisationen.
Regie führte Sylvia Schlunk, die gemeinsam mit Mirjam Wiesemann auch Dramaturgie und Konzept verantwortete. Ulrich Tukur sprach „Unter dem Flügel“ im August 2009 im italienischen Montepiano, die übrigen Sprachaufnahmen entstanden zwischen Dezember 2009 und Februar 2010 in den Cybele Studios. Die Aufnahmen mit dem Kinderklavier stammen aus dem Jahr 2003, die übrigen Musikaufnahmen aus dem Frühjahr 2010. Im Februar 2011 wurde das Hörbuch vom Magazin hörBücher / BuchMarkt zum Hörbuch des Monats gewählt. Bastian Trost spricht „Warum spielst Du Kontrabass, Vater?“, Sebastian Urzendowsky „Frau Schultheiß und die Vogelstimmen“; die Hybrid-SACD spielt 56:34 in Stereo und 5.0 Surround.
