Cybele 351001 2002

16bit 44.1kHz Stereo Neue Musik Klassische Moderne Zeitgenössische Musik 55:57

Zur Beschreibung

Neue Kammermusik: Klarinettentrios des 20. Jahrhunderts

Mitwirkende

Trio ContrastsEnsemble (Trio)

Komponisten

Alban Berg · Ernst Krenek · Friedrich Scholz · Gottfried von Einem

Kurzbeschreibung

Vier Klarinettentrios des 20. Jahrhunderts, gespielt vom Trio Contrasts mit Klaus Esser (Violine), Christian Dollfuß (Klarinette) und Christoph Hengst (Klavier): Gottfried von Einems viersätziges Verdehr-Trio op. 97 von 1992, das Adagio aus Alban Bergs Kammerkonzert in dessen eigener Fassung für diese Besetzung, Friedrich Scholz’ Thema mit Variationen von 1998 und Ernst Kreneks Trio von 1946.

Details

Trägerformat
CD

Auflösung
PCM 44,1 kHz / 16 bit

Gesamtspielzeit
55:57

Kanäle
Stereo

Instrumente
Violine, Klarinette, Klavier

Aufnahme
28.–31. August 2000, Neue Aula der Folkwang-Hochschule Essen

Begleitheft
Deutsch und Englisch, 24 Seiten

Recording Producer: Ingo Schmidt-Lucas

Angaben

Katalognummer
Cybele 351001
Erscheinungsjahr
2002
Genre
Neue Musik
Epoche
Klassische Moderne, Zeitgenössische Musik
Besetzung
Kammermusik, Klarinette, Klavier, Violine
Label
Cybele Records
Barcode
809548007126
GTIN
4068992494456
Booklet (Seiten)
24

Tracklisting

8 Titel · 55:57

  1. 01 Verdehr-Trio Op. 97 (1992) für Violine, Klarinette und Klavier – Etwas bewegter Komponist:in: Gottfried von Einem (1918-1996) Interpret:in: Trio Contrasts 4:59
  2. 02 Verdehr-Trio Op. 97 (1992) für Violine, Klarinette und Klavier – Unruhig Komponist:in: Gottfried von Einem (1918-1996) Interpret:in: Trio Contrasts 3:54
  3. 03 Verdehr-Trio Op. 97 (1992) für Violine, Klarinette und Klavier – Gemessen Komponist:in: Gottfried von Einem (1918-1996) Interpret:in: Trio Contrasts 5:53
  4. 04 Verdehr-Trio Op. 97 (1992) für Violine, Klarinette und Klavier – Stürmisch Komponist:in: Gottfried von Einem (1918-1996) Interpret:in: Trio Contrasts 3:33
  5. 05 Adagio (II. Satz aus dem „Kammerkonzert“, arr. Alban Berg) Komponist:in: Alban Berg (1885-1935) Interpret:in: Trio Contrasts 15:24
  6. 06 Thema mit Variationen (1998) für Klarinette, Violine und Klavier Komponist:in: Friedrich Scholz (1926-2008) Interpret:in: Trio Contrasts 13:53
  7. 07 Trio (1946) für Violine, Klarinette und Piano – Allegretto moderato, comodo Komponist:in: Ernst Krenek (1900-1991) Interpret:in: Trio Contrasts 3:02
  8. 08 Trio (1946) für Violine, Klarinette und Piano – Allegro agitato Komponist:in: Ernst Krenek (1900-1991) Interpret:in: Trio Contrasts 5:19

Beschreibung

Die Klarinette gehört zu den Spätentwicklern unter den heute gebräuchlichen Instrumenten: Erst seit dem 18. Jahrhundert fand sie häufigere Verwendung, zunächst vor allem im Orchester. Klarinettentrios blieben daher lange eine Ausnahme im Schaffen der Komponisten, trotz der berühmten Beispiele Mozarts, Schumanns und Brahms’. Größere Verbreitung fand die Besetzung von Klarinette, Klavier und einem Streichinstrument erst im 20. Jahrhundert, aus dem diese CD einen breiten Querschnitt bietet. Allen vier Werken gemeinsam ist die Herkunft aus der klassisch-romantischen Tradition, die sich vor allem in der Tendenz zu intensiver motivisch-thematischer Durchführungsarbeit niederschlägt.

Das Adagio ist der zweite Satz von Alban Bergs Kammerkonzert, den der Komponist selbst für Violine, Klarinette und Klavier eingerichtet hat. Den Regeln der Zwölftontechnik ist es noch nicht unterworfen, doch in der beziehungsreichen Organisation des Tonmaterials ist Schönbergs Einfluss deutlich. Das Werk beginnt mit drei wie fließend ineinander übergehenden Themen, von denen vor allem das letzte — eine gesangliche Melodie in der Klarinette — ins Ohr fällt; sie wird von den drei Instrumenten weitergesponnen, melodisch und rhythmisch variiert, manchmal in mehreren Stimmen zugleich. Im Zentrum ist ein in der tiefen Lage des Klaviers angeschlagenes cis zu hören: An dieser von reichem Figurenwerk umrahmten Stelle liegt die Spiegelachse des Satzes, der von hier an rückläufig wiederholt wird — ohne Notentext allerdings nicht leicht nachzuvollziehen, denn jedes Ereignis erscheint in neuer Ausprägung.

Ernst Krenek, 1900 in Wien geboren und 1938 in die USA emigriert, brachte sein Trio 1946 mit sich selbst am Klavier zur Uraufführung. Schönbergs Zwölftontechnik, die Krenek zuerst ablehnte, seit seiner Oper Karl V. von 1933 jedoch meist verwendete, liegt dem Werk in freier Ausgestaltung zugrunde: Bestimmte Töne werden häufig zu motivisch und instrumental charakteristischen Gruppen zusammengefasst, die Grundreihe bleibt flexibel gehandhabt. Der erste Satz beginnt mit einer Klarinettenmelodie, die bald das Klavier übernimmt; durchführungsartig entwickelt sich das Stück weiter, bis nach einer knappen Klavierkadenz die Reprise mit dem Thema in der Geige anhebt. Der zweite, kontrastreichere Satz wird ebenfalls von einem markanten Anfangsthema gegliedert; gegen Ende kehrt die Melodie vom Beginn des Trios wie eine Erinnerung zurück, doch der Satz schließt mit seinem zupackenden Hauptthema.

Gottfried von Einem, 1918 in Bern geboren, verbrachte Kindheit und Jugend in Schleswig-Holstein. 1937 ging er nach Berlin, ursprünglich um bei Paul Hindemith zu studieren, der zu dieser Zeit jedoch aufgrund nationalsozialistischer Repressionen bereits von seinem Lehrstuhl an der Hochschule für Musik zurückgetreten war. Sein Verdehr-Trio op. 97 mit seinen vier Sätzen, die dem erweiterten Sonatenzyklus entsprechen, ist das traditionellste Werk dieser Zusammenstellung. Der erste Satz bewegt sich formal zwischen freier Fantasie und Variation; die scheinbar improvisatorische Gestaltung entpuppt sich bei genauem Hinhören als feine Verarbeitung weniger Grundmotive aus den Eröffnungsthemen von Klarinette und Geige. Es folgt eine Art Scherzo mit Trio, dessen Mittelteil von melodischer Unruhe geprägt ist. Der langsame dritte Satz erinnert mit seiner markanten Rhythmik entfernt an eine Prozession; in seiner Mitte entwickelt sich eine sanfte, walzerartige Melodie, die bald von Dur nach Moll gewendet wird, und der Satz schließt in C-Dur mit einer fast apotheotischen Steigerung des Prozessionsrhythmus.

Friedrich Scholz, 1926 geboren, kennt die Musiker des Trio Contrasts; die Klangsprache seines Thema mit Variationen von 1998 bewegt sich ähnlich wie Einems Verdehr-Trio im freitonalen Rahmen, wobei sich der Komponist kaum nach hergebrachten Mustern richtet — die Struktur entwickelt sich organisch aus der Musik. Es beginnt mit einer einfachen, ruhig im Klavier voranschreitenden Melodie. Als Hauptthema kehrt sie an zentralen Stellen des Werkes wieder, generiert aber zugleich motivisches Material: Aus der gemächlich wiegenden Klavierbewegung entwickelt sich bald eine Violinfigur, die in eine ausschwingende Sechzehntelkette der Klarinette übergeht. Es spielen die Mitglieder des Trio Contrasts: Klaus Esser (Violine), Christian Dollfuß (Klarinette) und Christoph Hengst (Klavier). Aufgenommen wurde vom 28. bis 31. August 2000 in der Neuen Aula der Folkwang-Hochschule Essen; die CD spielt 55:57, das Begleitheft umfasst 24 Seiten in Deutsch und Englisch.