Cybele 860701 2008

DSD Stereo Surround Neue Musik Zeitgenössische Musik 41:03

Zur Beschreibung

Rolf Riehm: aprikosenbäume gibt es, aprikosenbäume gibt es

Mitwirkende

Theo NabichtKontrabassklarinette / Bassklarinette / SaxophonEnsemble ascoltaEnsemble für Neue MusikThe Hilliard-EnsembleVokalensembleEnsemble rechercheEnsemble

Komponist:in

Rolf Riehm

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Kurzbeschreibung

Alle drei Stücke dieser SACD schrieb Rolf Riehm im Auftrag des WDR für die Wittener Tage für neue Kammermusik, und alle gehen von Texten aus, ohne sie zu vertonen. In aprikosenbäume gibt es, aprikosenbäume gibt es (2004) übernimmt Theo Nabichts Kontrabassklarinette nach der Stimme Inger Christensens die Rolle des Rezitators; in Ahi bocca, ahi lingua (1991-1994) singt das Hilliard Ensemble zwischen den Worten eines Dialogs von Rainald Goetz; Schlaf, schlaf John Donne, schlaf tief und quäl dich nicht (1997) dehnt eine einzige Zeile nach Jossif Brodskij auf fast zwanzig Minuten. Dazu spielen das Ensemble ascolta und das Ensemble recherche.

Details

Trägerformat
Hybrid-SACD

Auflösung
DSD64 / 2.8224 MHz 1 bit

Gesamtspielzeit
65:04

Kanäle
Stereo, 5.0 Surround

Stimmen
Stimmen (Track 1 und 3) und Rezitation (Track 3), jeweils als Zuspielung

Aufnahme
Track 1: 19./21. Dezember 2006 und 8. Dezember 2007, Kleiner Sendesaal des WDR, Köln; Track 2: 25. April 1994, Kleiner Sendesaal des WDR, Köln; Track 3: 26. März 1998, Experimentalstudio Freiburg

Begleitheft
Deutsch und Englisch, 32 Seiten, Digipak

Tonmeister: Wolfgang Ellers

Stereo-Mischung: Ingo Schmidt-Lucas (Track 1), Wolfgang Ellers (Track 2, 3); Surround-Mischung: Ingo Schmidt-Lucas (Track 1, 2), Wolfgang Ellers (Track 3)

Recording Producer: Ingo Schmidt-Lucas

Track 1: Eine Co-Produktion mit dem Westdeutschen Rundfunk Köln (2006/2007)

Track 2 und 3: Eine Produktion des Westdeutschen Rundfunks Köln (1995/1998)

Auszeichnungen

Preis der deutschen Schallplattenkritik — Bestenliste 1/2009, Kategorie Zeitgenössische Musik

Neue Zeitschrift für Musik — Empfehlung der Redaktion, 2/2009

FonoForum — Stern des Monats, 5/2009

Pressestimmen

nmz – neue musikzeitung, 12/2008

Wiesbadener Kurier, 12/2008

Stuttgarter Zeitung, 1/2009

OpusKlassiek.nl, 2/2009

SA-CD.net, 2/2009

MusicWeb-International.com, 2/2009

Frankfurter Rundschau, 2/2009

Classical CD Review, 2/2009

Kwadratuur.be, 3/2009

Neue Zeitschrift für Musik, 3/2009

His Voice, 4/2009

FonoForum, 5/2009

klassik.com, 6/2009

Opus Haute Définition, 6/2009

Bayern 4 Klassik

Angaben

Katalognummer
Cybele 860701
Erscheinungsjahr
2008
Genre
Neue Musik
Epoche
Zeitgenössische Musik
Besetzung
Akkordeon, Blechbläser, Keyboard, Kontrabassklarinette, Vokalensemble, Zuspielung
Label
Cybele Records
Barcode
809548012526
Booklet (Seiten)
32

Tracklisting

3 Titel · 41:03

  1. 01 aprikosenbäume gibt es, aprikosenbäume gibt es (2004) Komponist:in: Rolf Riehm (1937-2026) Interpreten: Theo Nabicht, Ensemble ascolta 5:28
  2. 02 Ahi bocca, ahi lingua (1991-1994) Komponist:in: Rolf Riehm (1937-2026) Interpret:in: The Hilliard-Ensemble 16:15
  3. 03 Schlaf, schlaf John Donne, schlaf tief und quäl dich nicht (1997) Komponist:in: Rolf Riehm (1937-2026) Interpret:in: Ensemble recherche 19:20

Beschreibung

„Ich finde es eher langweilig, eine sogenannte eigene künstlerische Sprache zu entwickeln“, sagt Rolf Riehm. Komponieren heißt für den 1937 in Saarbrücken geborenen Fortner-Schüler, der von 1974 bis 2000 Komposition und Tonsatz an der Frankfurter Musikhochschule lehrte, einen „Bestand an emotionaler Sensibilität“ zu sichern und jedes Sujet neu zur Gegenwart in Beziehung zu setzen. Seine Stoffe – Zeitgeschehen, Mythen, Märchen, Lyrik, Musikgeschichte – trägt er, wie Michael Rebhahn im Begleitheft schreibt, ohne erkennbare Systematik zusammen: „Die Seele fühlt die Dinge nicht der Reihe nach, sondern kreuz und quer.“ Die drei Stücke dieser SACD sind musikalische Wahrnehmungen literarischer Fundsachen, in denen Sprache und Klang autonom bleiben.

aprikosenbäume gibt es, aprikosenbäume gibt es (2004) greift den Anfang von Inger Christensens Gedichtzyklus „alfabet“ von 1981 auf, einer Bestandsaufnahme der Dinge nach den Anfangsbuchstaben ihrer dänischen Namen, deren Gedichte nach der Fibonacci-Reihe wachsen, von einer Zeile beim „a“ bis zu 610 Zeilen beim „n“. Das Stück für Kontrabassklarinette, Violine, Violoncello, Trompete, Posaune und Zuspielung beginnt mit der ersten Strophe, gelesen von Christensen; dann übernimmt die Kontrabassklarinette die Rolle des Rezitators, und die übrigen Instrumente greifen ihren Ton nach und nach auf. In einer Parenthese dringt ein fremdes Bild ein, Bernhard Martins Gemälde „Dans mes rêves je t’adore“ vom Tagtraum einer staubsaugenden Hausfrau, bevor Christensens Stimme zurückkehrt. Gewidmet ist das Werk dem Gedächtnis an Wolfgang Stryi, dessen Selmer-Kontrabassklarinette Theo Nabicht seit 2007 spielt.

Der Titel von Ahi bocca, ahi lingua (1991-1994) für vier Vokalisten stammt aus Claudio Monteverdis Madrigal „Si, ch’io vorrei morire“ von 1603, einem seiner erotischsten Stücke. Textgrundlage ist jedoch ein kurzer Dialog von Rainald Goetz zwischen „Krieger“ und „Hirn“, von dem kein Wort gesungen wird: „Wo der Text in die Emphase der Interpunktion ausweicht, habe ich Musik gesetzt.“ Die Musik füllt die Leerstellen nach den Satzzeichen und bezieht sich auf den vorangegangenen Text, ohne ihn zu doppeln; die „bocca“ steht für den Gesang aus zungenlosen Phonemen, die „lingua“ allein für die Sprache. David James, Rogers Covey-Crump, John Potter und Gordon Jones vom Hilliard Ensemble nahmen das Stück 1994 im Kleinen Sendesaal des WDR in Köln auf.

Schlaf, schlaf John Donne, schlaf tief und quäl dich nicht (1997) für Violine, Bassklarinette, Akkordeon und Keyboard entstand für die Wittener Tage 1997 mit dem Leitthema „Musik – Sprache“. Ausgangspunkt war Jossif Brodskijs „Große Elegie für John Donne“ von 1963, die Riehm auf einen einzigen Satz reduzierte. Als Stimmsample mit der Stimme von Karmen Mikovic grundiert er fast das ganze Stück, ohne den Verlauf semantisch zu bestimmen. Anfangs umspielen die Instrumente die Melismen der Stimme; nach einem Drittel kehrt sich das Verhältnis um, vollends nach einer Einspielung, in der Brodskij zu einem verzerrten Technobeat eines seiner Gedichte auf Russisch rezitiert. Danach bleibt die Stimme über acht Minuten auf dem Vokal „u“. Melise Mellinger, Uwe Möckel, Klaus Steffes-Holländer und Teodoro Anzellotti vom Ensemble recherche spielten das Stück 1998 im Experimentalstudio Freiburg ein.

aprikosenbäume gibt es, aprikosenbäume gibt es nahmen Theo Nabicht und Benjamin Spillner, Markus Schwind, Erik Borgir und Andrew Digby vom Stuttgarter Ensemble ascolta im Dezember 2006 und 2007 im Kleinen Sendesaal des WDR auf, als Co-Produktion mit dem WDR; die beiden älteren Aufnahmen sind Produktionen des Senders. Die SACD stand auf der Bestenliste 1/2009 des Preises der deutschen Schallplattenkritik, die Neue Zeitschrift für Musik empfahl sie, und FonoForum vergab den Stern des Monats.

Konzertkalender

23. Okt. 2026

for Morton Feldman(öffnet in neuem Tab)

Ensemble ascolta, Mimi Doulton (Sopran), Friederike Scheunchen (Leitung)
Hospitalkirche, Stuttgart(Karte, öffnet in neuem Tab)

05. Nov. 2026

20:00

Hay Festival Arequipa 2026 – Crippled Symmetries: Listening to Invisible Worlds(öffnet in neuem Tab)

Theo Nabicht (Bassklarinette), Kirstin Maria Pientka (Bratsche), Jonathan Heilbron (Kontrabass), Ana Maria Rodriguez (Elektronik), Thomas Bruns
Teatro Municipal de Arequipa, Arequipa(Karte, öffnet in neuem Tab)

Uraufführung

12. Nov. 2026

20:00

Crippled Symmetries – Retama(öffnet in neuem Tab)

Theo Nabicht (Bassklarinette), Kirstin Maria Pientka (Bratsche), Jonathan Heilbron (Kontrabass), Thomas Bruns, Ana Maria Rodriguez (Keyboard / Elektronik), Macri Caceres
Goethe-Institut Peru, Auditorium, Lima(Karte, öffnet in neuem Tab)

19. Nov. 2026

RETRUCO: Loop Infinito(öffnet in neuem Tab)

Agustina Arévalo (Flöte), Theo Nabicht (Bassklarinette), Marcelo Villacis (Schlagzeug), Kirstin Maria Pientka (Bratsche)
Universidad de Cuenca, Cuenca(Karte, öffnet in neuem Tab)

21. Nov. 2026

RETRUCO: Loop Infinito(öffnet in neuem Tab)

Agustina Arévalo (Flöte), Theo Nabicht (Bassklarinette), Marcelo Villacis (Schlagzeug), Kirstin Maria Pientka (Bratsche)
Fundacion Zaldumbide Rosales, Quito(Karte, öffnet in neuem Tab)

23. Nov. 2026

RETRUCO: Loop Infinito(öffnet in neuem Tab)

Agustina Arévalo (Flöte), Theo Nabicht (Bassklarinette), Marcelo Villacis (Schlagzeug), Kirstin Maria Pientka (Bratsche)
Conservatorio Bolivar, Ambato(Karte, öffnet in neuem Tab)

30. Nov. 2026

RETRUCO: Loop Infinito(öffnet in neuem Tab)

Agustina Arévalo (Flöte), Theo Nabicht (Bassklarinette), Marcelo Villacis (Schlagzeug), Kirstin Maria Pientka (Bratsche)
Universidad de las Artes, Guayaquil(Karte, öffnet in neuem Tab)

12. Dez. 2026

19:00

Reading Music – Repeat!(öffnet in neuem Tab)

Ensemble KNM Berlin, Rebecca Lenton (Flöte), Theo Nabicht (Bassklarinette / Kontrabassklarinette), Theodor Flindell (Geige), Cosima Gerhardt (Violoncello), Jonathan Heilbron (Kontrabass), Thomas Bruns (Leitung), Juliana Hodkinson (Komposition / Leitung), Ana Maria Rodriguez (Elektronik / Komposition), Andre Bartetzki (Klangregie)
FAHRBEREITSCHAFT – teilelager, Berlin(Karte, öffnet in neuem Tab)

21. Jan. 2027

side by side @ HfM Freiburg(öffnet in neuem Tab)

Ensemble recherche, Studio für Elektronische Musik des Instituts für Neue Musik (Elektronik), Friederike Scheunchen (Leitung)
Ensemblehaus Freiburg, Freiburg im Breisgau(Karte, öffnet in neuem Tab)

24. Jan. 2027

out of the box – neue musik im rathaus leonberg(öffnet in neuem Tab)

Shizuyo Oka (Klarinette), Klaus Steffes-Holländer (Klavier), Asa Akerberg (Violoncello)
Rathaus Leonberg, Leonberg(Karte, öffnet in neuem Tab)