Cybele 3D-362203 2022

3D-Binaural-Stereo DSD Stereo Surround Klassik Neue Musik Klassische Moderne Zeitgenössische Musik 1:00:38

Zur Beschreibung

Simon Laks: Werke für Violoncello

Mitwirkende

Adele BitterVioloncelloHolger GroschoppKlavierMischa MeyerVioloncello

Komponist:in

Simon Laks

Kurzbeschreibung

Das Album versammelt erstmals sämtliche Werke von Simon Laks (1901–1983) für Violoncello und Klavier sowie für zwei Violoncelli — von den Trois pièces de concert und der Sonate der frühen Pariser Jahre über die Passacaille von 1946 bis zum Dialogue und der Suite Les filles du forgeron von 1964. Der Ausschnitt zieht eine Linie durch fast das ganze Leben eines Komponisten, der Auschwitz als Musiker überlebte. Adele Bitter und Mischa Meyer – Violoncello, Holger Groschopp – Klavier.

Details

Trägerformat
Hybrid-SACD

Auflösung
DSD64 / 2.8224 MHz 1 bit

Gesamtspielzeit
60:38

Kanäle
Stereo, 5.0 Surround, 3D-Binaural-Stereo

Instrumente
Violoncello, Klavier

Aufnahme
6.–8. März 2020 und 22. Februar 2022, Erholungshaus der BAYER AG, Leverkusen

Begleitheft
Deutsch und Englisch, 40 Seiten

Recording Producer: Ingo Schmidt-Lucas

Auszeichnungen

OPUS KLASSIK 2023 — Editorische Leistung des Jahres (Reihe Simon Laks)

Pressestimmen

MusicWeb-International.com, 10/2022

musica reanimata, 12/2022

FonoForum, 4/2023

Diapason, 7/2023

Rheinische Post, 7/2023

Angaben

Katalognummer
Cybele 3D-362203
Erscheinungsjahr
2022
Genre
Klassik, Neue Musik
Epoche
Klassische Moderne, Zeitgenössische Musik
Besetzung
Kammermusik, Klavier, Violoncello, Violoncelloduo
Label
Cybele Records
Barcode
809548020620
GTIN
4099885237492
Booklet (Seiten)
40

Tracklisting

15 Titel · 1:00:38

  1. 01 Trois pièces de concert pour violoncelle et piano (1933) – I. Prélude varié (Allegretto ma deciso) Komponist:in: Simon Laks (1901-1983) Interpreten: Adele Bitter, Holger Groschopp 3:33
  2. 02 Trois pièces de concert pour violoncelle et piano (1933) – II. Romance (Andante con moto) Komponist:in: Simon Laks (1901-1983) Interpreten: Adele Bitter, Holger Groschopp 6:12
  3. 03 Trois pièces de concert pour violoncelle et piano (1933) – III. Mouvement perpétuel (Allegro vivace) Komponist:in: Simon Laks (1901-1983) Interpreten: Adele Bitter, Holger Groschopp 2:36
  4. 04 Sonate pour violoncelle et piano (1932) – I. Allegro moderato ma deciso Komponist:in: Simon Laks (1901-1983) Interpreten: Adele Bitter, Holger Groschopp 6:52
  5. 05 Sonate pour violoncelle et piano (1932) – II. Andante un poco grave Komponist:in: Simon Laks (1901-1983) Interpreten: Adele Bitter, Holger Groschopp 4:10
  6. 06 Sonate pour violoncelle et piano (1932) – III. Presto (Scherzo) Komponist:in: Simon Laks (1901-1983) Interpreten: Adele Bitter, Holger Groschopp 5:08
  7. 07 Passacaille (Vocalise) pour violoncelle et piano (1946) Komponist:in: Simon Laks (1901-1983) Interpreten: Adele Bitter, Holger Groschopp 5:58
  8. 08 Dialogue pour deux violoncelles (1964) – I. Rubato (Assez lent) Komponist:in: Simon Laks (1901-1983) Interpreten: Adele Bitter, Mischa Meyer 3:55
  9. 09 Dialogue pour deux violoncelles (1964) – II. Ostinato (Vif) Komponist:in: Simon Laks (1901-1983) Interpreten: Adele Bitter, Mischa Meyer 3:02
  10. 10 Dialogue pour deux violoncelles (1964) – III. Fugato (Andante – Allegro energico) Komponist:in: Simon Laks (1901-1983) Interpreten: Adele Bitter, Mischa Meyer 4:56
  11. 11 Les filles du forgeron (1964/2020). Suite pour violoncelle et piano (arr. Holger Groschopp) – I. Ouverture Komponist:in: Simon Laks (1901-1983) Interpreten: Adele Bitter, Holger Groschopp 5:10
  12. 12 Les filles du forgeron (1964/2020). Suite pour violoncelle et piano (arr. Holger Groschopp) – II. Berceuse („Laig ich main Kepele“) Komponist:in: Simon Laks (1901-1983) Interpreten: Adele Bitter, Holger Groschopp 2:21
  13. 13 Les filles du forgeron (1964/2020). Suite pour violoncelle et piano (arr. Holger Groschopp) – III. Interlude Komponist:in: Simon Laks (1901-1983) Interpreten: Adele Bitter, Holger Groschopp 2:40
  14. 14 Les filles du forgeron (1964/2020). Suite pour violoncelle et piano (arr. Holger Groschopp) – IV. Valse („Hei di Wintl“) Komponist:in: Simon Laks (1901-1983) Interpreten: Adele Bitter, Holger Groschopp 1:36
  15. 15 Les filles du forgeron (1964/2020). Suite pour violoncelle et piano (arr. Holger Groschopp) – V. Final (Chanson et danse) Komponist:in: Simon Laks (1901-1983) Interpreten: Adele Bitter, Holger Groschopp 2:29

Beschreibung

Simon Laks stammte aus einer assimilierten jüdischen Familie in Warschau, in der religiöse Traditionen sich nur noch in musikalischen Überlieferungen fanden. Seine Mutter sorgte für die musikalische Ausbildung der Kinder; nach einem begonnenen Mathematikstudium in Vilnius bekam Szymon — der seinen Namen in Frankreich „Simon“ schrieb — einen Studienplatz für Dirigieren und Komposition am Warschauer Konservatorium. Der wiederaufflammende Antisemitismus in Polen und die mageren Aussichten auf künstlerische Entwicklung führten ihn zunächst nach Wien und bald nach Paris, wo er seine Studien am Conservatoire bei Henri Rabaud und Pierre Vidal abschloss. Zunächst musizierte er zum Broterwerb in Cafés und auf Schiffsreisen, dann gewann er im Pariser Musikleben Gestaltungsspielraum, vor allem über die Association des jeunes musiciens polonais. Sein weitreichendes Netzwerk ist dokumentiert — und doch scheint eine persönliche Bescheidenheit ihn nie in die vorderste Reihe treten gelassen zu haben.

Die Trois pièces de concert von 1933 führen vom ersten Ton in das Paris der frühen Dreißigerjahre, geprägt vom „néoclassicisme“, vom Einfluss des Jazz und von den nationalen Traditionen, welche die vielen zugewanderten jungen Komponistinnen und Komponisten aus Mittel- und Osteuropa mitbrachten. Im ersten Satz wird ein Gavotte-Thema nach allen Regeln der barocken Kunst mit zeitgenössischer Raffinesse variiert; die Romance deutet Harmonien des Blues an und bleibt dabei innig und in sich gekehrt; das abschließende Mouvement perpétuel verneigt sich vor Ravels zweiter Violinsonate und erweckt mit unerwarteten Richtungswechseln den Eindruck, es gebe keinen Weg zurück. Widmungsträger und Uraufführungsinterpret war André Hekking, Solocellist des Concertgebouw Orkest und Professor am Pariser Konservatorium.

Ein Jahr zuvor, 1932, hatte Laks die Sonate für Violoncello und Klavier Maurice Maréchal auf den Leib geschrieben, der sie mit Laks’ Landsmann Vlado Perlemuter aus der Taufe hob. Jede Phrase des ersten Satzes birgt eine Erzählung; impressionistische, an Debussy erinnernde Harmonik trifft auf rhythmische Asymmetrien und melodische Wendungen aus der polnischen Folklore. Der zweite Satz ist ein Blues, der dritte lebt von rhythmischen Mustern, die erst viel später für den Cool Jazz charakteristisch werden sollten; der fulminante Schluss in d-Moll bestätigt den ernsten Grundton des Werkes.

Was Laks ein Vierteljahrhundert später widerfuhr, war zur Entstehungszeit der Sonate nicht vorstellbar. Während seine beiden ebenfalls in Frankreich lebenden Brüder mit gefälschten Papieren der Verhaftung entgingen, meldete er sich im Sommer 1941 einem Aufruf folgend als jüdischer Ausländer bei den Behörden des Vichy-Regimes, wurde im Lager Beaune-la-Rolande interniert und 1942 vom Lager Pithiviers nach Auschwitz-Birkenau deportiert. Er überlebte als Musiker im Lagerorchester und war einer der Ersten, die darüber schrieben: 1948 erschien die erste Fassung seines Berichts Musiques d’un autre monde, den er später zugunsten größerer Sachlichkeit überarbeitete. „Dies ist kein Buch über Musik“, heißt es dort, „dies ist ein Buch über Musik im Konzentrationslager.“ Die Passacaille (Vocalise) von 1946 steht am Übergang in die Zeit danach.

Aus dem Spätwerk stammen der dreisätzige Dialogue für zwei Violoncelli von 1964, in dem Mischa Meyer die zweite Stimme übernimmt, und die Suite Les filles du forgeron aus demselben Jahr, die Holger Groschopp 2020 für Violoncello und Klavier eingerichtet hat; ihre Sätze tragen jiddische Liedtitel wie Laig ich main Kepele und Hei di Wintl. Aufgenommen wurde vom 6. bis 8. März 2020 und am 22. Februar 2022 im Erholungshaus der BAYER AG in Leverkusen, in Stereo, 5.0 Surround und 3D-Binaural-Stereo. Gemeinsam mit der zeitgleich erschienenen Gesamtaufnahme der Klavierwerke (Cybele SACD 162202) dokumentiert das Album eine jahrelange Beschäftigung mit diesem Komponisten; die Reihe wurde 2023 mit dem OPUS KLASSIK als Editorische Leistung des Jahres ausgezeichnet.

Konzertkalender

11. Okt. 2026

17:00

Kammerkonzert – Fotografiska 1(öffnet in neuem Tab)

Clemens Linder (Geige), Nikolaus Kneser (Geige), Susanne Linder (Bratsche), Adele Bitter (Violoncello)
Fotografiska Berlin, Berlin(Karte, öffnet in neuem Tab)

06. Dez. 2026

17:00

Kammerkonzert – Heldinnen – Rosa Parks(öffnet in neuem Tab)

Byol Kang (Geige), Clemens Linder (Geige), Annemarie Moorcroft (Bratsche), Mischa Meyer (Violoncello), Benjamin Hochman (Klavier), Neneh Sowe (Sprecherin)
Villa Elisabeth, Invalidenstraße 3, Berlin(Karte, öffnet in neuem Tab)

17. Jan. 2027

18:00

Kammerkonzert – Clärchens Ballhaus 2(öffnet in neuem Tab)

Sebastian Breuninger (Geige), Elsa Brown (Geige), Annemarie Moorcroft (Bratsche), Mischa Meyer (Violoncello), Christine Breuninger-Felsch (Kontrabass)
Clärchens Ballhaus, Berlin(Karte, öffnet in neuem Tab)