Clarence Barlow

Komponist

1945 in Kalkutta geboren, verstorben 2023; studierte Naturwissenschaften in Kalkutta sowie Komposition und elektronische Musik in Köln bei Bernd Alois Zimmermann und Karlheinz Stockhausen; Pionier der algorithmischen Komposition und Computermusik ab den frühen 1970er Jahren; Professor für Komposition und Computermusik am Königlichen Konservatorium Den Haag (1994–2006) und Inhaber des Corwin Chair an der University of California, Santa Barbara (2006–2019). Er wuchs in der englischsprachigen Minderheit Kalkuttas auf, erhielt dort Klavier- und Musiktheorieunterricht und komponierte ab 1957; nach dem Abschluss von 1965 arbeitete er als Dirigent und Musiktheoriedozent an der Calcutta School of Music. 1968 siedelte er nach Köln über, wo zu seinen Lehrern auch Vinko Globokar und Hans Ulrich Humpert gehörten; 1971/72 studierte er bei Gottfried Michael Koenig und Stan Tempelaars am Institut für Sonologie in Utrecht. 1982 gab er den Anstoß zu GIMIK – Initiative Musik und Informatik Köln, deren Vorsitzender er von 1986 bis 1993 und von 1996 bis 2002 war. Computermusik unterrichtete er von 1982 bis 1994 bei den Darmstädter Ferienkursen und von 1984 bis 2005 an der Musikhochschule Köln; 1988 war er Musikdirektor der XIV. Internationalen Computermusik-Konferenz in Köln, von 1990 bis 1994 künstlerischer Leiter des Instituts für Sonologie in Den Haag. Drei Alben verbinden ihn mit Cybele, alle in der Reihe Feedback Studio Köln. Auf dem Sampler zum 25-jährigen Bestehen des Studios (1996) und auf Ton-Antiton (2001) ist er unter mehreren Komponisten vertreten; 2008 erhielt er mit Klavierwerke von Klarenz Barlow einen eigenen Band, eingespielt von Hermann Kretzschmar am Steinway-D-Flügel, vom Komponisten selbst am Selbstspielklavier und in einem Werk von vier Pianisten unter der Leitung von James Avery.