Cybele 260501 1998

16bit 44.1kHz Stereo Neue Musik Klassische Moderne Zeitgenössische Musik 1:15:18

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without compression

Mitwirkende

Trio DirittoEnsemble (Trio)Jeremias SchwarzerBlockflöteMartin HublowBlockflöteInes RasbachBlockflöte

Komponisten

Anatol Vieru · Georg Kröll · Malcolm Goldstein · Myriam Marbe · Rolf Riehm · Stefan Thomas · Violeta Dinescu

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Kurzbeschreibung

Extreme nicht einebnen, Unterschiede nicht begradigen: So versteht das Trio Diritto den Titel von Rolf Riehms Stück „Without Compression“, das dieser CD ihren Namen gibt. Jeremias Schwarzer, Ines Rasbach und Martin Hublow, die das Ensemble 1989 in Frankfurt am Main gründeten, spielen sieben Werke für drei Blockflöten aus den Jahren 1993 bis 1997, erarbeitet gemeinsam mit den Komponistinnen und Komponisten: neben Riehm Myriam Marbe, Anatol Vieru, Violeta Dinescu, Georg Kröll, Stefan Thomas und Malcolm Goldstein. Die Klangwelt reicht vom kaum hörbaren Unterblasen bis zu Gesang, Pfeifen und Atemgeräusch.

Details

Trägerformat
CD

Auflösung
PCM 44,1 kHz / 16 bit

Gesamtspielzeit
75:18

Kanäle
Stereo

Instrumente
Blockflöten vom Sopranino bis zum Renaissance-Bassett, darunter Voice-Flutes, in den Stimmungen a = 440 Hz und a = 415 Hz; Instrumente von F. v. Huene, H. Schimmel, F. Morgan, J. G. Saunders, J. Arpin, B. Diesen, Moeck, Mollenhauer, Yamaha und Aulos

Aufnahme
18. Dezember 1997, Hans-Rosbaud-Studio des SWF, Baden-Baden (Track 1); 27./28. März und 7./8. April 1998, Duisburg (Tracks 2–7)

Begleitheft
Deutsch, Englisch und Französisch, 32 Seiten

Recording Producer: Ingo Schmidt-Lucas

Angaben

Katalognummer
Cybele 260501
Erscheinungsjahr
1998
Genre
Neue Musik
Epoche
Klassische Moderne, Zeitgenössische Musik
Besetzung
Blockflötentrio, Kammermusik
Label
Cybele Records
Barcode
809548002824
Booklet (Seiten)
32

Tracklisting

7 Titel · 1:15:18

  1. 01 Without Compression (1997) Komponist:in: Rolf Riehm (1937-2026) Interpreten: Trio Diritto, Jeremias Schwarzer, Martin Hublow, Ines Rasbach 12:28
  2. 02 Renaissance (1997) Komponist:in: Myriam Marbe (1931-1997) Interpreten: Trio Diritto, Jeremias Schwarzer, Martin Hublow, Ines Rasbach 10:39
  3. 03 Et in Arcadia Ego (1996) Komponist:in: Anatol Vieru (1926-1998) Interpreten: Trio Diritto, Jeremias Schwarzer, Martin Hublow, Ines Rasbach 9:17
  4. 04 au coeur du silence … (1995) Komponist:in: Violeta Dinescu (* 1953) Interpreten: Trio Diritto, Jeremias Schwarzer, Martin Hublow, Ines Rasbach 9:11
  5. 05 Round of Talks (1994) Komponist:in: Georg Kröll (* 1934) Interpreten: Trio Diritto, Jeremias Schwarzer, Martin Hublow, Ines Rasbach 4:58
  6. 06 Veränderungen (1993) Komponist:in: Stefan Thomas (* 1968) Interpreten: Trio Diritto, Jeremias Schwarzer, Martin Hublow, Ines Rasbach 6:10
  7. 07 in the beginning … so also, the end (1997) Komponist:in: Malcolm Goldstein (* 1936) Interpreten: Trio Diritto, Jeremias Schwarzer, Martin Hublow, Ines Rasbach 22:35

Beschreibung

Neben der Alten Musik steht für das Trio Diritto die Zusammenarbeit mit Komponistinnen und Komponisten im Vordergrund. 1992 gewann das Ensemble beim Internationalen Blockflötenwettbewerb Calw mit einem Programm aus zeitgenössischer und alter Musik einen ersten Preis, der dort zuvor noch nie vergeben worden war. Aus dem Kontakt zu Violeta Dinescu ergab sich die Zusammenarbeit mit Myriam Marbe und Anatol Vieru; so entstand ein Repertoire für drei Blockflöten, aus dem diese CD eine Auswahl vorstellt. Ziel des Trios ist kein einheitliches Klangideal, sondern die Absichten der Komponisten so deutlich wie möglich hörbar zu machen – ohne die „Kompression“, die in der elektronischen Tonverstärkung extreme Lautstärkeunterschiede abschwächt.

In Rolf Riehms „Without Compression“ (1997) spielt sich die Tongebung fast ganz im unterblasenen Bereich ab. Die Klänge sind nicht nur sehr leise, sie haben mangels Atemstütze auch keinen festen Kern; bei unverändertem Griff und schwächstem Atemdruck öffnet sich ein Mikrokosmos aus Rhythmen, Klangveränderungen und Unterbrechungen. Ohne Verstärkung wäre das Stück nicht aufführbar. Myriam Marbes „Renaissance“ (1997) ist ihr letztes vollendetes Werk; wenige Tage später, kurz vor Weihnachten 1997, starb sie in Bukarest. Marbe kombiniert Ensembleblockflöten frühbarocker Bauart mit solistischen Instrumenten hochbarocker Mensur und entwickelte aus deren Unterschieden in Klangfarbe und Intonation ein eigenes Intonationssystem.

Anatol Vieru bezieht sich in „Et in Arcadia Ego“ (1996) auf ein Gemälde von Nicolas Poussin im Louvre, auf dem sich vier Personen über einen Grabstein mit dieser Inschrift beugen – gesprochen, wie Erwin Panofsky erklärt, vom Tod selbst. Violeta Dinescu entnahm den Titel „au coeur du silence …“ (1995) dem Roman „L’Étranger“ von Albert Camus; das Stück will seelische Zustände spiegeln, eine Dramatik in der Stille. Georg Krölls „Round of Talks“ (1994), für das Trio Diritto geschrieben und 1995 beim 3. Internationalen Blockflöten-Symposium in Karlsruhe uraufgeführt, verbindet das mittelalterliche Rondellus-Prinzip des Stimmtauschs mit dem Bild einer Gesprächsrunde. In Stefan Thomas’ „Veränderungen“ (1993) für drei Bassblockflöten wird ein Dreitonmotiv immer wieder kaum merklich verändert; der Klang erinnert an ein leises Orgelregister in einer halligen Kirche.

Malcolm Goldsteins „in the beginning … so also, the end“, im Mai 1997 für Jeremias Schwarzer und das Trio Diritto vollendet, verwandelt Guillaume de Machauts „ma fin est mon commencement et mon commencement est ma fin“ und verbindet es mit Textfragmenten der Kato, einer Erzählung vom Anfang der Welt, die sich ebenso als ihr Ende lesen lässt. Während des Spiels improvisieren die Musiker Veränderungen zwischen Instrumentalspiel, Gesang, Pfeifen und Ausatemklang. „Without Compression“ wurde im Dezember 1997 im Hans-Rosbaud-Studio des SWF in Baden-Baden aufgenommen, die übrigen Werke im Frühjahr 1998 in Duisburg; Riehm, Kröll, Thomas und Goldstein waren bei den Aufnahmen anwesend.