Ensemble gelberklang

Ensemble

Stuttgarter Ensemble für zeitgenössische Kammermusik; geleitet von der Geigerin Ulrike Stortz. Ab 1992 widmete es sich der Interpretation zeitgenössischer Kammermusik, in den ersten Jahren mit Konzerten in Deutschland, Italien und der Schweiz und mit Rundfunkaufnahmen unter dem Namen „Ensemble 20“. Zu den Mitgliedern gehörten Albrecht Imbescheid (Flöte), Thomas Reil (Klarinette), Michael Kiedaisch (Schlagzeug), Maria Stange (Harfe), Martin Stortz und Jürgen Kruse (Klavier), Axel Porath (Viola) und Scott Roller (Violoncello). Die Kernbesetzung aus Flöte, Klarinette, Violine, Viola, Violoncello, Klavier, Harfe und Schlagzeug war auch Grundlage kleiner oder größer besetzter Werke, die es in der Regel ohne Dirigenten spielte. Ab 1996 suchte es verstärkt die Verbindung zu anderen Künsten; daraus ging der Name hervor, nach Wassily Kandinskys Bühnenprojekt „Der gelbe Klang“ von 1912. Es konzipierte Programme zu Ausstellungen der Staatsgalerie Stuttgart und der Kunstsammlung Chemnitz (Richard Serra), der Fondation Beyeler Basel (Mark Rothko) und der Städtischen Galerie Esslingen (drei Zero-Ausstellungen). 1997/98 wirkten seine Mitglieder komponierend, spielend und agierend in der Tanzperformance „Das Rauschen der blauen Tür“ mit dem Choreographen Sven Sören Beyer und dem Posaunisten Michael Svoboda, die in zahlreichen Aufführungen zwischen Stuttgart und Berlin zu sehen war; mit der Mezzosopranistin Christina Ascher erarbeitete es ein Paul-Celan-Programm. Sechs Jahre lang begleitete es als Ensemble in Residence die Arbeitswoche der Preisträger des Wettbewerbs „Jugend komponiert“. Werke für das Ensemble schrieben unter anderem Braxton Blake, Jens Joneleit und Andreas Pflüger sowie die Mitglieder Albrecht Imbescheid und Scott Roller. 2001/02 entstand ein Programm für Streichquartett und Live-Elektronik, aus dem das HELIOS Quartett hervorging, die Streicher des Ensembles mit dem Live-Elektroniker Bryan Wolf; es trat in Deutschland und England auf. Drei Alben verbinden das Ensemble mit Cybele, alle 2001 bis 2003 im Theater an der Halle in Ostfildern-Nellingen aufgenommen. Neue Kammermusik: Werke von Jens Joneleit (2002) versammelt fünf Kammermusikwerke der Jahre 1998 bis 2001; Farben der Stille (2003) stellt Werke von Takemitsu, Roller, Feldman, Saariaho und Imbescheid mit Live-Elektronik nebeneinander; Oscar van Dillen: de Stad (2003) enthält die Ensemblefassung und die elektroakustische Montage „Stadsgeschiedenis“ für das Historische Museum Rotterdam, beide als Surround-Kompositionen angelegt.