Juan Allende-Blin

Komponist / Orgel

* 1928 in Santiago de Chile; studierte Komposition in Chile bei Fré Focke sowie in Europa bei Olivier Messiaen; übersiedelte 1957 dauerhaft nach Deutschland; arbeitete für den Rundfunk als Autor, Regisseur und Produzent radiophoner Kunstwerke; setzte sich für das Schaffen im Exil lebender oder vom NS-Regime verfolgter Komponisten ein; ausgezeichnet mit dem Karl-Sczuka-Preis und dem Bundesverdienstkreuz. Er stammt aus einer spanisch-französischen Familie; ersten Kompositionsunterricht erhielt er bei seinem Onkel Pedro Humberto Allende-Saron, danach bei Fré Focke, einem Schüler von Anton Webern. Bei den Darmstädter Ferienkursen besuchte er den Unterricht von Olivier Messiaen. Seit 1952 schrieb er für Gerd Zacher eine Reihe von Orgelstücken, die die technischen Möglichkeiten des Instruments erweitern, unter ihnen „Transformations II“ (1952), „Échelons“ (1962–1968), „Mein blaues Klavier“ für Orgel und Drehorgel (1970) und „Coral de Caracola“ (1985) im Auftrag der Berliner Festwochen. Sein Bühnenwerk „Des Landes verwiesen – Konzertante und szenische Aktionen“, ein Auftragswerk der Berliner Festwochen, wurde 1978 in der Akademie der Künste Berlin uraufgeführt und 2009 am Theater Bonn wieder aufgenommen. Den Karl-Sczuka-Preis erhielt er 1983 für „Rapport sonore / Relato sonoro / Klangbericht“. Vier Alben verbinden ihn mit Cybele und bilden ein Werkporträt in mehreren Schritten. Die Klaviermusik von Juan Allende-Blin (2003) spielt Thomas Günther am Steinway-D-Konzertflügel, während der Komponist in einem Werk selbst die Klaviersaiten bedient; Die Orgelmusik von Juan Allende-Blin (2005) übernimmt Gerd Zacher an der Karl-Schuke-Orgel in Essen-Rellinghausen, Allende-Blin selbst die Drehorgel. 2016 folgte Juan Allende-Blin und das Ensemble aus der Edition Künstler im Gespräch, das auf der Longlist 3/2016 des Preises der deutschen Schallplattenkritik stand. Mit einer Komposition ist er außerdem auf der Hörbuchproduktion Weht ein Stadtspaziergang durch den Traum (2014) vertreten.