* 1937 in Remscheid; ist Dirigent und Pianist; studierte an der Musikhochschule Köln und an der UdK Berlin; Spezialist für die Musik des 20. und 21. Jahrhunderts; dirigierte Uraufführungen von Stockhausen, Cage, Lachenmann und Nono; langjähriger Professor an der HfMDK Frankfurt am Main. In Köln studierte er Klavier, Kammermusik, Dirigieren und Musikwissenschaft; er erhielt den Mendelssohn-Preis für Kammermusik und 1965 den Förderpreis des Landes Nordrhein-Westfalen. In den 1960er Jahren kam er an die Oper Bonn und danach an die Staatsoper Stuttgart, wo er Luigi Nonos „Intolleranza“, Bernd Alois Zimmermanns „Die Soldaten“ und die Uraufführung von Hans Zenders „Don Quixote“ dirigierte. An der Oper Frankfurt folgten Hans Werner Henzes „Das verratene Meer“ und „Boulevard Solitude“, letzteres auch am Royal Opera House Covent Garden. An der Opéra National de Paris und der Opéra national du Rhin in Strasbourg leitete er die Uraufführungen von Philippe Fénelons „Faust“, Georges Aperghis’ „Tristes Tropiques“ und Bruno Mantovanis „L’Autre côté“. Von 1981 bis 2001 war er Professor für Klavier und für Neue Musik an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt am Main. Drei Alben verbinden ihn mit Cybele, und Bernd Alois Zimmermann steht dabei zweimal im Zentrum. 2008 leitete er die Einspielung von Zimmermanns Requiem für einen jungen Dichter, die 2010 den MIDEM Classical Award als Recording of the Year und den Choral Award erhielt, auf der Bestenliste 1/2009 des Preises der deutschen Schallplattenkritik stand und von Gramophone unter die 250 bedeutendsten Aufnahmen aller Zeiten gezählt wurde; 2017 folgte Bernd Alois Zimmermann und das symphonische Spätwerk aus der Edition Künstler im Gespräch, ausgezeichnet mit dem Jahrespreis 2017 der deutschen Schallplattenkritik und dem Opus d’Or. Auf Johannes Fritschs Album Frühe Kammermusik (2011) ist er gemeinsam mit seinen Brüdern Alfons und Aloys Kontarsky am Klavier zu hören.
Bernhard Kontarsky
Dirigent / Klavier


