Charles Tournemire

Komponist / Orgel

* 22. Januar 1870 in Bordeaux, gestorben 1939 in Arcachon; französischer Organist, Komponist und Improvisator; studierte am Conservatoire de Paris Klavier bei Charles-Wilfrid Bériot und Harmonielehre bei Antoine Taudou, besuchte 1889/90 die Orgelklasse von César Franck und erhielt 1891 in der Klasse von Charles-Marie Widor den Ersten Preis für Orgel. 1898 wurde er Organist an der Basilika Sainte-Clotilde in Paris, wo vor ihm Franck und Gabriel Pierné gewirkt hatten; das Amt behielt er bis zu seinem Tod. 1903 gewann er mit der Kantate „Le sang de la sirène“ den Concours musical de la Ville de Paris; 1921 übernahm er am Conservatoire die Klasse für Ensemblespiel. Er hinterließ acht Sinfonien, vier Opern – zu seinen Lebzeiten aufgeführt wurde allein „Les dieux sont morts“ (1912) –, Kammermusik und Orgelwerke. Sein Hauptwerk ist „L’Orgue mystique“ (1927–1932), einundfünfzig Offizien über gregorianische Choralmelodien für die Sonn- und Festtage des Kirchenjahres. Im Cybele-Katalog ist seine Musik auf vierzehn Alben vertreten. Sandro R. Müller spielte „L’Orgue mystique“ zwischen 1994 und 2014 vollständig ein – vierzehn Folgen an sechs Orgeln: an der Alexander-Schuke-Orgel der Alten Reformierten Kirche Wuppertal-Elberfeld, der großen Rieger-Orgel der Zisterzienserabtei Marienstatt im Westerwald, der Seifert-Weyland-Orgel der Liebfrauenkirche Bottrop-Eigen, der Rieger-Orgel der Stifts- und Propsteikirche St. Mariä Himmelfahrt in Kleve, der Rieger-Orgel der Heilig-Kreuz-Kirche Zweibrücken und der Jann-Orgel der Stiftsbasilika Waldsassen. Die ersten acht Folgen entstanden zwischen 1994 und 1997 und erschienen als CD; die 2006 veröffentlichte Folge 14 ist eine Hybrid-SACD.